Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1496519
Zur Geschichte der deutschen Kunst im Mitte1a1ger_ 
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von Memleben an der Unstrut. Ich mag hier, zur Bekämpfung seiner 
Ansicht nicht wiederholen was ich über dieselbe bereits früher 
v  '    1 wenn 
auch noch nicht ganz von meinem gegenwartigen Standpunkte aus, im 
"Museum, Blätter fur bildende Kunst", 1834, Nr. 21 und 1837, Nr, 23, 
geäagt hrglbe. llch bäingrke nur ÖÄLS Iäine, ldass äbgcseheäi von allen andern, 
se r sc agen en I'l erien un a gese en avon, ass die schlichten 
Arkaden des Schiffes dieser Kirche mit dem Ganzen des Gebäudes ein 
Guss sind, schon die Gesimse an den Pfeilern dieser Arkaden die späte 
Bauzeit erkennen lassen. Herr L. behauptet, vor allen Dingen könne auch 
die Krypta nicht in die spätroinanische Bauperiode, d. h. in den Anfang 
des 13ten Jahrhunderts, fallen, da in dieser Zeit überhauptkeine Krypten 
mehr vorkämen. Er bezieht sich hiebei auf die bekannte Stelle im Titurel, 
die bei der Schilderung des Graltcmpels die Anlage der Krypten ver- 
wirft, übersieht aber zweierlei. Erstens bewegt sich diese ganze Schilderung, 
Wie sie uns vorliegt, augenscheinlich in den Prinzipien des germanischen 
513'168, der allerdings keine Krypten inehr kennt, der in Deutschland aber 
erst um die Mitte des 13ten Jahrhunderts allgemein zu werden begann' 
llIld zweitens kann sie für den in Rede stehenden Zweck überhaupt gar,- 
nichts beweisen, da sie der Ueberarbeitung des Gedichts aus dem 14ten Jahr- 
hundert angehört und wir keineswegs Wissen, wie die Stelle in Wülftamg 
ursprünglicher Abfassung gelautet haben mag, vorausgesetzt, dass er wirklich 
Etwas dem Aehnliches hatte. Und war dies leztere der Fall, so konnte er 
Sie füglich seinem französischen Vorbilde oder überhaupt der französischen 
Anschauungsweise entlehnt haben, wenn er auch im Uebrigen seine Vor- 
gänger eben so gewaltig übertlügelte, wie es mit der deutsch-germanischen 
Architektur im Verhältniss zur französisch-germanischen der Fall war. 
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seine Ansichten über dies Gebäude in einer besondern Abliandelhsndusaägf 
führlicher dargelegt, die unter dem Titel: Der Dom zu Mersr-ä; 
dessen Geschichte und Architektur dach Anl 't  wg, 
16H entwvickeltuv den nNellen lilittheilunygen" des thüiilllädläl (siäiyciijigskdifd- 
Ver   '   C  n 
einvälrliiiältlr lglräorschlungh des vaterlandischen Alterthums, Band 6, Heft 4, 
 Zug eic in einem Separatabdruck (Halle 1842) erschienen 
lst- Ich bemerke zunachst, dass diese Abhandlung in äusserst d k 
Werther Weise alle urkundlich historischen Nachrichten die mit de aiid ems- 
burgel" Dom irgend in näherer Berührunv stehen im, Originaltexl? cd's?- 
übersichtlicher F olge zusammenstellt, wädurch der kunsthistorischeEnFoi-E 
Schung ein sehr schätzbares Material geboten wird;  es wäre nur zu wün- 
schen, dass wir recht viele Monographien solcher Art erhielten. Wir ersehen 
daraus, dass auch diese Kirche ursprünglich aus dem elften Jahrhundert 
herrührt, indem sie in den Jahren von 1015-1021 gebaut und das Sauc- 
tuariuin" 1042 erneut wurde, während von einem Neubau, der in dgr Zeit 
um 1200 oder in der früheren Zeit des 13ten Jahrhunderts vor efallen 
keine Rede ist. Ich zweifle nicht daran, dass wir hier in der Thagt; ein" 7 
Reste aus dem elften Jahrhundert vor uns sehen, nämlich die Krypta ääf 
      l 
Weit die Darstellung ihrer Pfeiler bei Puttrich (Abth. II, Lief. 1 u. 2, 
Taf- 5, u u- v) 8111 genügendes Urtheil zulässt und die beid n runden 
Thürme zur Seite des Chores. Ausserdem behauptet aber eh H L 
5'158 das Querschiff nebst dem Ohore, sowie die Vorhalle der aiiläche rfund 
"-150 auch der Unterbau der westhohen Thürme, der mit der Vorhalle
        

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