Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1492243
Berichte und Kritiken. 
und sechzehneckigen Münsterkireke zu Aachen ähnlich, so dass sich näm- 
lich um einen mittleren Raum ein mit Gewölben überspannter Umgang und 
über diesem eine gleichfalls gewölbte Gallerie umherzog. Bestimmte An- 
gaben über das Alter dieser merkwürdigen Kapelle fehlen; die erhaltenen 
Details des Rundbaues selbst sind äusserst roh und einfach, und dürften, 
mit den historischen Verhältnissen übereinstimmend, auf die Zeit des elf- 
ten Jahrhunderts, wenn nicht auf eine noch frühere, zurückdeuten. Eine 
an der Westseite vorhandene Vorhalle (die noch ganz vorhanden ist) zeigt 
aber bereits eine mehr entwickelte Ausbildung des sogenannten byzantini- 
schen Oder romanischen Baustyles, und Herr v. Lassaulx setzt demnach, 
anderweitigen sicheren Analogieen folgend, das Alter des gtJSammtBIl Baues 
in die Zeit um 1140. Doch dürfte vorerst noch in Frage zu stellen sein, 
ob jene Vorhalle nicht etwa jünger als der Rundbau und diesem in der 
genannten Zeit angefügt sein möchte, was in Rücksicht auf die Detailfor- 
men wahrscheinlich, indess wohl nur durch Untersuchung an Ort und 
Stelle zu entscheiden ist.  Der zweite Theil der Kirche von Lonnig ist 
ein Chorbau, der sich Ostwärts von dem ehemaligen Rundbau erhebt. Er 
ist nicht bis an den letzteren herangeführt worden und scheint auch nicht 
zu einer Vereinigung mit diesem, vielmehr zu der Ausführung eines ganz 
neuen, grösseren Kirchengebäudes bestimmt gewesen zu sein. Der Styl des 
Chores entspricht ganz derjenigen reicheren und bunteren Gestaltung der 
romanischen Bauweise, die sich an den rheinischen Kirchen aus dem An- 
fange des dreizehnten Jahrhunderts so häutig findet, namentlich dem Chore 
der Pfarrkirche zu Andernach. Dieser Ohorbau hatte in den letzten Jahr- 
hunderten als Kirche gedient, war indess für die heutigen Bedürfnisse zu 
eng geworden; er ist neuerlich, durch Hrn. v. Lassaulx, erweitert, diese 
Hiuzufügung jedoch dem Style der alten Theile wohl entsprechend ausge- 
führt worden, sowie auch die nöthige Restauration der letzteren in dem- 
selben Sinne ins Werk gerichtet ist. Herr v. Lassaulx schliesst seine Be- 
merkungen mit den hierauf bezüglichen Worten: „Dass der Unterzeichnetc 
übrigens sehr gerne einige Zeit und Reisen geopfert, um ein gutes ltVcrk 
zu fördern und köstlichen Resten alter Kunst ein so vielfach gefährdetes 
Dasein länger zu fristen, wird wenigstens jeder wahre Freund dieser Kunst 
ganz begreitlich finden." 
Ucbcr 
das Werk des Grafen August de Bastard zur 
der Miniaturmalerei des Mittelalters. 
Gcschic 
ht 
(Kunstblatt, 
Nro. 
1841, 
Der Graf August de Bastard war kürzlich in Berlin und gewährte den 
Freunden der Kunstgeschichte eine Ansicht der bis jetzt vollendeten Blät- 
ter seines prachtvollen und schon mehrfach erwähnten Werkes, welches 
den Titel führt: "Peintures et Ornements des Manuserits classes dans l'ordre 
ehronologique pour servir ä l'histoire des arts du dessin depllis le lVe 
siecle de Tere chrötienne jirsqifä 1a fln du XVle." Vielleicht ist es für 
die Leser dieser Blätter nicht uninteressant, einige nähere Angaben über
        

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