Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1496135
Gemäld egallerie 
zu Cassel. 
425 
Gemäldegallerie 
Zll 
Cassel. 
Höchst interessante Reihenfolge von Gemälden von Rembrandt: 
1. Kniestück; angebliches Bildniss des Poeten Croll. Ruhig und gerad 
stehend , der rechte Arm einfach niederhängend, einfach zum Bilde heraus- 
bliekend. Volle warme Behandluugsweise, nach Art der früheren Por- 
traitmaler ausgeführt, doch schon mit zartspielendem Helldunkel in den 
Schattenpartieen. Mit Rembrandüs Namen und der Jahrzahl 1633, deren 
erste beide Ziffern durch den Rahmen verdeckt. (No. 351 des Katalogs. 
Hoch 4 Fuss, breit 3 Fuss 3 Zoll.) 
2. Ganze Figur; angebliches Bildniss des Bürgermeisters Sixt. Statt- 
lich schwarz gekleidet. mit weissem Kragen und langem braunem Haar, 
mit dem rechten Arm bequem auf ein Architekturstück aufgestützt. Höchst 
meisterhaft, sowohl in der ganzen Fassung der Gestalt, in der schönen 
klaren Wirkung, als in der Durchbildung. Wundervoll, wie die Figur 
licht und ebenmässig, das Gesicht in vollen warmen Tönen, aus dem 
helldunkeln Grunde vertritt. Auch in diesem Bilde die schönste Mitte 
zwischen der Weise der älteren holländischen Portraitmaler und Rem- 
brandüs späterer Manier. Name des Künstlers und Jahrzahl 1639. (N0. 364. 
Hoch 6 Fuss 6 Zoll, breit 4 Fuss 1 Zoll.) 
3. Der Schreib- und Rechenmeister Konepol, Rembrandüs Freund, 
sitzend, eine Feder schneidend, zum Bilde herausblickend. Auf dem Tische 
ein Papier mit dem Namen des Künstlers und andern undeutlichen Schrift- 
zeichen. Kniestück. Schwarzes Kostüm und weisser Kragen. Höchste 
Meisterschaft auf der schönsten Höhe der Entwickelung; ganz in seiner 
schattenden Eigenthümlichkeit und doch in edelster Durchbildung; höchst 
lebenvoll. (No. 358. Hoch 3 Fuss 3 Zoll, breit 2 Fuss 11 Zoll.) 
4. Ein geharnischter Mann, sich auf einen Spiess stützend. Halb- 
figur. Ein kräftiges dunkelschattiges Bild; der Kopf voll lebendiger Ener- 
gie; die Rüstung prächtig behandelt. Alles höchst breit. Name und Jahr- 
zahl 1655. (No. 370. Hoch 3 Fuss 6 Zoll, breit 2 Fuss 8 Zoll.) 
5. Kniestück eines sitzenden alten bärtigen Mannes, mit Winkelmaass 
und Feder, im Pelzrock. Sehr energisch und warm in den Lichtern. 
Name und Jahrzahl 1656. (N0. 350. Hoch 3 Fuss 11 Zoll, breit 2 Fuss 
9 Zoll.) 
ö. Brustbild des Künstlers selbst. Als älterer Mann, das Gesicht vom 
Barett halb beschattet. Ein prächtiges, dunkelschattiges, aber warmes 
Stück aus einer späteren kühnen Zeit. (No. 360.) 
7. Halbtigur einer Dame, angeblich Rembrandts Gattin. Im Profil. 
Prächtig kostümirt: rother Sammthut und Feder, rothes Sammtkleid, viel 
Perlen und Steine, Pelzüberwurf. Spätere Zeit; aber so zart und rosig aus- 
geführt, wie es Rembrandt in dieser Zeit nur vermag, fast als hätte er ein 
Paris Bordone sein wollen. Dabei der Sammt, obgleich abgedärnpft, doch 
in höchst wirkungsreicher Glut. Ueberhanpt in dem Bilde eine sehr schöne, 
klare, fast feierliche Wirkung. Die Dame ist nicht schön, und doch hat 
ihre Erscheinung etwas von jenem märchenhaften Reiz, dessen Rembrandt, 
wenn er es will, so mächtig ist. (No. 356. Hoch 3 Fuss 10 Zoll, breit 
3 Fuss 2 Zoll.) 
 8. Bildniss des Nicolaus Bruynink. Kniestück; sitzend, auf die Stuhl- 
lehne sich stützend und seitwärts zum Bilde heraussehend, lächelnd; lan- 
ges braunes Haar. Auch aus der späteren, höchst Wirkungsweisen Effekt-
        

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