Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1495903
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Berichte und Kritiken. 
mälercyklus einführt, und somit in der That eine Lücke im Fache der 
knnsthist.orischen Studien aufsehr erfreuliche Weise ausfüllt- 
Es lag indess nicht, wie hier gleich von vornherein bemerkt werden 
muss, im Plane des Verf., mit seinem Werke sofort alle weitere Arbeit 
über die ravennatischen Denkmäler abzuschliessen, wenigstens nicht, was 
deren bildliche Darstellungen anbetrifft. Die Abbildungen, die er auf 
seinen zehn Tafeln verführt. sind zum Theil  wie er sie selbst auch im 
Vorwort benennt  nur Skizzen, vornehmlich dazu bestimmt, von gewissen 
charakteristischen Eigenthümlichkeiten der Gesammtanlage oder der ein- 
zelnen Formenbildung eine genauere und richtigere Anschauung zu geben, 
als solche bis dahin vorhanden war; im Uebrigen bezieht er sich auf die 
bereits vorliegenden Darstellungen, besonders auf die bei d'Agincourt. 
Nur eins der Monumente von Ravenna, das bekannte Kirchlein S. Nazario 
e Celso, wird von ihm auf fünf Tafeln, in verschiedenen Ansichten, Rissen 
und Abbildungen der Details, mit grösserer Ausführlichkeit behandelt; die 
treffliche musivische Dekoration in dem Innern dieses kleinen Gebäudes, 
die zum Theil noch in wahrhaft antiker Schönheit erscheint, wird auf drei 
Tafeln in meisterhaft ausgeführtem Farben- und Golddruck wiedergegeben; 
wir heissen diese Blätter als einen gehaltvollen Beitrag zu unserer Kennt- 
niss der Verzierungsweise des Alterthums sehr willkommen. Wir unter- 
schreiben aber auch den Wunsch des Verf., dass nunmehr eine vollständige 
Aufnahme der sämmtlichen Monumente von Ravenna möge unternommen 
werden, und zwar nicht blos der Architekturen, sondern auch der Bild- 
werke, namentlich der musivischen Darstellungen, an denen sie so reich 
sind und die für die Geschichte der bildenden Kunst in jener Früh- 
periode einen nicht geringeren Werth haben, als die Gebäulichkeiten an 
sich für die Geschichte der Architektur. 
Die bildlichen Darstellungen des genannten Werkes sind somit grösse- 
ren Theils nur als Erläuterungen des Textes zu fassen. Dieser aber scheint 
mit einer so umfassenden Gründlichkeit gearbeitet, dass wir ihn ohne 
allen Zweifel fortan als eine feste Basis für den betreffenden Abschnitt 
der Geschichte der Kunst und der Auffassungs- und Anschauungsweise 
desselben betrachten dürfen. Der Verf. geht durchweg von der strengsten 
historischen Grundlage aus, überall auf die Quellenschriften und auf die 
lnschriften der Monumente, soweit diese noch vorhanden oder uns lite- 
rarisch überliefert sind, gestützt; ein günstiges Geschick hat uns zu sol- 
chem Zweck die besten Materialien, besonders in den Lebensbeschreib  
gen der Bischöfe Ravenna's, die von dem Presbyter Agnellus in der N30 
des neunten Jahrhunderts verfasst wurden, erhalten. Die sämmtlichen 
Baudenkmale Ravennafs aus den Zeiten des christlichen Alterthums, von 
denen wir solcher Gestalt eine Kunde haben, werden uns in ihrer chrono- 
lßgischen Folge und mit Darlegung der besondern geschichtlichen Ver- 
hältnisse, unter denen sie entstanden, vorgeführt. Bei Besprechung der- 
Jßlllgen Monumente, die ganz oder theilweise erhalten sind, erkennen wir 
ebenso den scharfen kritischen Blick des Verfassers; wir werden überall 
auf die charakteristischen Eigenthümlichkeiten des Einzelnen aufmerksam 
gemacht; cdie Erläuterung dieser Eigenthümliehkeiten führt sodann zu 
mancherlei Weiteren kunsthistorischen Untersuchungen, die der Verf. in 
einer Schlussübersicht noch besonders zusammenfasst. 
Wir erhalten hier somit nicht blos über das Einzelne in den künst- 
lerischen Leistungen jener Periode. und nicht blos über die Breitenaus-
        

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