Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1495558
Zur 
der deutschen 
Geschichte 
Mittelalter. 
Kunst im 
367 
Kunstwerth, gibt derselbe zugleich eine sehr in's Einzelne gehende Be- 
lehrung über das ritterliche Kostüm dieser Zeit. 
Die Baudenkmale, so wie einige minder wichtige bildnerische Denk- 
male der Stadt Zerbst werden auf 9'Tafeln vorgeführt. Besonders be- 
merkenswerth ist unter diesen ein zierliches, im spätromanischen Baustyle 
ausgeführtes Portal der dortigen Bartholomäikirche, welche im J. 1'215 
vollendet, später jedoch mannigfach verändert worden ist. Sodann mehrere 
Monumente aus der Spätzeit der gothischen Architektur: die in der zwei- 
ten Hälfte des löten Jahrhunderts gebaute Nicolaikirche, im Innern den 
ruhig kühnen, massenhaften Charakter der Monumente in den baltischen 
Ländern tragend, im Aeussern dagegen, besonders am Chorschluss, mehr 
in der westlich deutschen Bauweise dekorirt, auch durch ein reiches Schnitz- 
Werk an den Chorstühlen bemerkenswerth; und die Giebel des Rathhauses 
aus den Jahren 1479 und 1481, reiche Backsteinbatiten, wiederum im Style 
der in den baltischen Ländern üblichen Architektur ausgeführt.  End- 
lieh die gleichfalls spätgothischen Monumente von Bernburg, unter 
denen vornehmlich die Marienkirche, der Nicclaikirche von Zerbst gleich- 
zeitig, sich durch die äusserst brillante Dekoration des Chorschlusses aus- 
zeichnet. ln der Ruine der dortigen Augustinerklosterkirche ist, als ein 
eigenthümliches Werk, eine mit der WVand verbundene Steinkanzel, die 
Von ausserhalb mittelst einer Thür betreten ward, zu bemerken. 
Die zweite Abtheilung des Puttrich'schen Werks begreift bekanntlich 
die Denkmale der preussischen Provinz Sachsen. Auch hievon sind, seit 
die vier ersten Lieferungen derselben, die Monumente von Mersehurg, 
Memleben etc. umfassend, in diesen Blättern besprochen wurden, sehr be- 
deutende Fortsetzungen erschienen. Lieferung 5 und 6 enthalten, unter 
gemeinsamem Titel, die Denkmale von Schulpforta, in 15 Seiten Text 
und 10 Blättern bildlicher Darstellung. Sehr wichtig ist unter diesen zu- 
nächst der Chor der Klosterkirche, zufolge einer Bauinschrift im J. 1251 
gegründet und zufolge einer urkundlichen Nachricht im J. 1268 geweiht, 
für die Entfaltung der frühgothischen Architektur in diesem engbegrenzten 
Zeitraume somit ein vorzüglichst entscheidendes Zeugniss. Die bildlichen 
Darstellungen, namentlich auch die in schöner künstlerischer Wirkung ge- 
haltene Ansicht des Innern (gez. von C. Werner, lith. von Schloick) 
geben hier eine genügende Anschauung. Der grössere Theil des Schiffes 
der Kirche schliesst noch (was der Herausgeber übersehen) eine ältere An- 
lüge romanischen Styles in sich ein; der westliche Theil desselben gehört 
dem 14ten Jahrhundert an. Das seltsame und etwas rohe Seulpturwerk 
der Kreuzigung, im Giebel der Kirche, ist auf einem besonderen Blatte 
in genügender Grösse abgebildet. Ausserdem sind die spätromanischen 
Theile des KrcuzgangeS, von denen u. a. eine meisterhaft lithographirte 
Ansicht von Chapuy, nach einer Ansicht von Kirchner vorliegt, so 
wie die zierliche, gleichfalls spätromanische Abtkapelle bemerkenswerth. 
Lief, 7 u. 8 bilden ebenfalls ein Ganzes; sie sind den Denkmälern von 
Freiburg an der Unstrut gewidmet Der Text, 22 Seiten, ist gröss- 
tentheils von Hrn. Landrath LCPSIus gearbeitet; ihm schliessen sich 
Wiederum zehn Blätter mit Abbildungen an. Hier wird uns zunächst die 
interessante Stadtkirche vondfreiburg vorgeführt, ein Gebäude aus ver- 
Schiedenen Banepochen, in sellfeY ursprünglichen Anlage spätromanisch mit 
vorherrschendem Spitlbogen 1m Iellern,  in einem architektonischen 
Systeme, welches Deutschland elgenthümlich: dessen Zeitbestimmung
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.