Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1495364
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Rheinreise, 
1841. 
Abschnitt. 
Zweiter 
der Chor, ohne Umgang, nur die Breite des Mittelschilies hat.) Die Pfeiler 
zunächst an der Westseite, die den Thurm tragen, sind viereckig mit ab- 
gerundeten Ecken und mit vier starken und vier schwachen Gurtträgern. 
Die Gurtträger an den Wänden sind mehrfach gegliedert. 
f  ff M 9T 7 I! X d DiedArchitektur lIIll] Algenlileinenl läc- 
f.    I - euten , edel gothisc  oc sin ie 
äßäffüßfjßzfß Gurtträger an den gewöhnlichen Rund- 
Cjß ' f-lff [IW säulen zu stark und stecken zu sehr in 
 f der Masse. Die Schwibbögen, von Pfei- 
 Nß ler zu Pfeiler, sind nicht gar schön 
 profilirt. 
 A4„" Der Chor schlicht, mit Bündeln von 
Prom der schwibbögenh Säulchen als Gurtträgern. 
Das Blattwerk der Kapitale und sonst 
Manches ist in dem östlichen Theil der Kirche strenger gebildet als in 
dem westlichen. 
Die Fenster sind meist einfach wohlgebildet. 
Zierlich spätgothischer Kreuzgang, mit einigen hängenden Schluss- 
steinen. Etwa Mitte des löten Jahrhunderts.  
Im Kreuzgange ein Hautrelief: Cruciiix mit Maria, Johannes und zwei 
andre Heilige, vorn die knieenden Donatoren (Canonici, beide ohne Kopf), 
vom J. 1485. Handwerklich, aber mit tüchtigem Sinn; der Faltenwurf fast 
in der Art jenes Kölner Malers, den man (fälschlich) als Lucas v. Leyden 
benannt hat. Der Kopf der Madonna sehr zart. Vieles auch beschädigt 
und verschmiert.  
Städtische Geinäldesammlung. 
Von dem (fälschlich) sogenannten Lucas v. Leyden (von dem die 
beiden, ehemals Lyversbergschen Altäre aus der Karthause von Köln her- 
rühren), ein treiiliches Bild mit mittelgrossen Figuren: Andreas und Ur- 
sula. Die letztere scheint wenigstens in der weiblichen Figur gemeint zu 
sein, die gekrönt dargestellt ist, eine Pfauenfeder in der Hand und gegen 
die sich ein kleiner Bär (oder etwa eine Bärin?) aufrichtet. Der Bär ist 
hier vermuthlich als Anspielung auf ihren Namen angebracht; sonst kommt 
sie freilich mit diesem Symbol nicht vort). Wiederum ganz, und mit 
glücklichem Erfolg, in der eigenthümlichen, gesucht graziösen Weise des 
Meisters. Die Ursula namentlich in ziemlich würdiger Erscheinung; das 
Gewand edel gehalten; das Gesicht zart und weich, in graulichem Tone, 
durchgebildet. Andreas mit etwas phantastisch gelocktem grauem Haupthaar. 
Hinter den Gestalten ein 'l'eppich, über dem eine Säule, deren starker 
Schaft von Achat, emporragt; Aussicht auf einige Bergspitzen und Luft.  
Ursula hält in der Linken ein Gebetbuch mit Miniaturmalerei. Darin die 
folgende Schrift, soviel ich davon zu entziffern im Stande war: 
  in dynre verbolgenheit en 
straft mi in diner      .  
en vrei (hie?) niet     .  
 di mynre want.  
Adam und Eva von Dürer. Lebensgrosse Gestalten. Sie stehen ein- 
fach llebßneinandöl", dem Beschauer entgegen, und leis anmuthig gegen- 
1) Auf die h-_Euphemia, die sonst mit einem Bären vorgestellt wird, ist die 
Figur. W16 63 Scheint, nicht wohl zu deuten. schon der Krone wegen. S. Christ- 
liche Kunstsymbolik und. lkonographie, S. 11.
        

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