Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1495316
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Studien 
Rhein und Mosel. 
Bücherschmuck. 
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um ein Das Ganze spätbyzantinisch, ornamentistisch sauber, sonst im F? 
"ürlichen nicht sonderlich viel Geist.   
b Deckelschmuck: In der Mitte eine grössere Nlello-Platte, vergoldetes 
Kupfer mit emaillirten Gründen. Die Darstellungen sind: Magdalena und 
Christus; Christus am Kreuz, Maria, neuer Bund (1111 Kelßh das Bllll auf- 
fangend), alter Bund, Johannes; der Engel auf dem Grabe und die drei 
Marieen. Roh, doch schon zum Theil glüßklich bewegtv "gegen oder 11m 
1200."  Filigraurahmen mit Steinen, acht Elfenbeinplättehen mit den 
Symbolen der Evangelisten und andern Figuren. Gleicher Styl und gleiche 
Zeit, etwas derb und roh, doch schon glückliche Motive in der Bewegung 
einzelner Figuren.  
7) Evangelistarium ohne Bilder.  Auf dem Deckel, in einer späteren 
versilberten Umrahmung, ein aus zwei Platte! bestehendes Elfenbeinrelief: 
die Verkündigung, langgestreckt byzantinisch, scheint deutsche Arbeit des 
zwölften Jahrhunderts; ohne sonderliclien Geist. Um die Gestalten zwei 
saubre feine Arkaden, im Style der Zeit.  
8) Evangeliarium in der deutsch-byzantinischen strengen Strichmalerci 
des zwölften Jahrhunderts, nicht sonderlich geistreich. In den Canones, 
mit Arkaden umfasst, oben die Symbole der Evangelisten, in mannigfach 
wechselnden Stellungen und Geberden. Dann vor jedem Evangelium das 
"Bild _des Evangelisten; und dann ein gemaltes Initial mit der betreffenden 
symbolischen Figur.   
Deckelschmuck: In der Mitte eine vergoldete Kupfer-platte, darauf die 
Stark erhabenen Elfenbeinfiguren des Christus (in der Stellung des Cruci- 
iixus), der Maria und des Johannes, ungefähr im Styl und aus der Zeit 
der BilderÄ Umher ein breiter Rahmen mit vergoldeten Kupfertäfelchen, 
darauf niellirte Darstellungen mit Emailgrnnd und mit Steinen zwischen 
Filigran, von denen einige mit sehr rohen Gravirungen versehen sind. 
9) Evangeliarium mit 2Bildern vor jedem Evangelisten, deutsche Ar- 
beit, um 1200.  1] Stammbaum Christi, lang und das Formengefühl 
jenem Lambacher Buche der Berliner Bibliothek ähnlich; die Farbenaus- 
führung etwas roh. Das zweite Bild fehlt hier.  2) Taufe Christi, mit 
Nebenfiguren, namentlich Noah, der die Taube empfängt. Dann: Gemalter 
Schriftanfang, im Haupt-J das Bild des Evangelisten. in ähnlicher Weise 
treiilich, gute Köpfe, die Behandlung etwa (in den Gewändern) dem Hera 
tus deliciarum parallel.  3) Christus am Kreuz mit Nebenfiguren, na- 
mentlich das Christenthum, das im Kelche das Blut auffangt, und das 
blinde Judenthum. Dann: Reich grotesker Schriftanfang, im Haupt-Q 
scheint das Bild Christi enthalten. Abweichende Hand und Behandlung. 
Ungleich mehr byzantinische Manier, aber mit Sinn, dem Stuttgarter Psalter 
des Landgrafen Herrmann ähnlich, doch nicht so schön.  4) Christus als 
Weltenrichter in und auf dem Regenbogen, mit den Symbolen der Evan- 
gelisten umgeben; unten die Seligen, von einem Engel geführt, und die 
Schaaren der Verdammten, theils wehklagend die Arme emporbreitend, 
theils von den Teufeln in die Hölle hineingezerrt. Dann: Das Bild des 
Johannes, alt, gross und sitzend am Pult; zu seiner Seite und unter ihm 
der Anfang der Schrift. Scheint der Maler der früheren Bilder, aber durch 
Einfluss des dritten ungleich feiner ausgebildet. Christus und Johannes 
sehr würdig, die Gewandung sehr nobel. im Ganzen nur noch massige 
Reminiscenzen der einseitige" byzantinischen Manier. In den Gestalten 
der Verdammten schon grossartlg bewegtes Gefühl, eine gewisse Bewegung
        

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