Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1495253
Rhein 
an 
Studien 
Mosel. 
und 
Bücherschmuck. 
337 
Modelle gothischer Architektur von Schropp in Erfurt, saubgl- und 
zierlich, aber doch nicht mit feinerem Verständmss, mehr dekorativ. 
Köln. Bei Hrn. Essingh.  Allerlei Kunstkammersachen; meh- 
rere hübsche Elfenbeinarbeiten germanischen Styles (Altärchen, Dlptygha 
u. 6151.), venetianische Gläser, Emaillen, 610- 810- 
K ö 1 n. Bei Sladtrath De N0 el.  Allerlei mittelalterliche Klein- 
kunstsachen u. dergl. U. a. Abdrücke der beiden Messing  Grabplatten, 
die sich ursprünglich in Altenberg befanden. 
C 0 b l e n z. B e i Herrn Dietz.  Schnitzwerk. Mittelalterliche 
Elfenbeinarbeiten verschiedener Art. Byzantinisch emaillirtes Messing- 
geräth (Leuchter), emaillirte Reliquienkasten. Etc.  
VIII. 
BÜCHERSCHMUCK, 
besonders 
durch 
iaturbilder. 
Min 
T r i er. Städtische Bibliothek (im Gymnasium). 
1. Codex aureus. Evangelienhaiidschrift gestiftet von Ada, die von der 
Sage als Schwester Karls d. Gr. bezeichnet wird. Jedenfalls aus dieser Zeit. 
In der Schlussschrift heisst es nemlich: „Quem (se. librum) devota Do. piscit 
perscribere mater Ada ancilla di (domini) pulchrisque ornare nietallis."  
Miniaturmalerei. Die Arkaden der Canones bestehen aus kleinen Bögen 
auf Säulen, die von einem grossen Bogen umfasst werden. Die Säulen- 
kapitäle sind wesentlich römisch, allenfalls etwas byzantinisirend.  Dann 
vor jedem Evangelium das Bild des Evangelisten, in einer Arkade, über 
ihm sein Symbol. Die Zeichnung, namentlich der Gewandung, ist hyzan- 
tinisirt antik, zum Ifheil aber, besonders beim Lucas, noch ungemein 
grossartig. Eigßntillllllllßllß. Kopfbildung: breite Nüstern, liochgewölbte 
Augen etc. Die Extremitäten gross, Finger und Zehen fast nach Art 
eines Rubens gesehweift. Die Behandlung frei, aber durchaus sauber und 
bestimmt, die Schatten mit breitem Pinsel angelegt. Die Farben schon 
zumeist deckfarbenartig, ihre Zusammenstellung aber durchaus noch har- 
monisch in antikem Sinne. Carnation: heller Grundton; helle, breitanf- 
gelegte graulich-grünliche Schatten mit warmen bräunlich -i-öthlicheu 
Druckern an Nase, Kinn, Mund, Fingerspitzen, u. s. w.  Sehr charakte- 
ristisch ist es für die noch ideal antike Richtung, dass alle vier Gestalten 
jugendlich und ohne Bart gehalten sind. Die symbolischen Figuren, m- 
mentlich der Ochs des Lucas, sind sehr charaktervoll. In den Umfassungs- 
bögen sind mehrere Male geschnittene Steine gemalt.  Nur Ein gemalies 
Initial, beim iviaiiilälls; dies ganz wie in der Bibel aus S. Paul in Rom 
(jetzt in S. Calislo)._ 
Der Deckel mit Spiiigoiiiiscilef, theilweise vergoldeter Silberfassung. 
Acht Figuren ifl Hailiieiieiii 4 Heilige und 4 Figuren mit den Köpfen der 
Evangelistensymbole. Bezeichnet  CCCC. XCIX (1499. Es ist vielleicht, 
in paläographischer Beziehung, nicht unwichtig, darauf aufmerksam zu 
Kugler, Kleine Schriften. H. 22
        

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