Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1495211
Studien 
an Rhein 
und Mosel. 
Kirchl. 
Prachtgeräth. 
Roman. 
Epocha. 
333 
oder getriebener Arbeit, die letztere zum Tjheil recht hübsch. Daran F111- 
lungen und Rahmen mit sehr zierllchem Frllgran und durchsichtigen Kry- 
stallplatten. Auf den Leisten eine Menge von Steinen. _In den Giebeln 
Brnstbilder von Engeln. Giebellinien und Dachfirsten mit emporstehen- 
dem Ornament. Auf den Giebelspitzen und in der Mitte des Firstes dicke 
runde Blumen, wohl componirt. (Der Arm ist, nach v. Lassaubvs Angabe, 
1204 nach Sayn geschenkt.)  
Köln. Museum.  Ausser dem schon erwähnten Antependium des 
Hochaltares von St. Ursula: zwei Reliquienkasten von Kupfer mit Emaille, 
wie gewöhnlich, nicht bedeutend. 
Ein Buch. Auf dem Deckel eine roh getriebene vergoldete Salvator- 
tigur (grandiose Grundrnotive). Umher Emailstücke. 
Zwei zierlich byzantinisch geschnitzte Kämme, dem im Cither der 
Schlosskirche von Quedlinburg ähnlich. Zwei Buchdeckel mit zierlich 
geschnitztem byzautinischem Elfenbein. 
Zwei merkwürdige Elfenbeinkasten, dem in der Berliner Kunstkamme; 
befindlichen Jagdhorn und Kasten altorientalischen Ursprungs nicht allzu- 
fremd. Einiges deutet auch hier ziemlich bestimmt auf orientalischen 
Ursprung. 
Auch Holzschnitzkasten der Art.   
Köln. Sammlung des  Idssingh.  Unter den Kunstge- 
räthen ein nicht ganz kleines Rehquiarium mit alten Emailplatten belegt, 
die Figuren vergoldet, therls en relief hervortretend (sehr plump), theils 
nur in gravirter Zeichnung bestehend. Sehr merkwürdig, wie unter den 
letzteren die Composition der Gefangennehmung Christi ganz im Cha- 
rakter der altgriechischen Vasengemälde gehalten ist. Der Styl 
möchte etwa die frühere Zeit des zwölften Jahrhunderts andeuten. 
Köln. Sammlung des Hrn. Leven.  Unter den Emaillen by- 
zantinischen Styles  all jenen Arbeiten dieser Epoche in Köln und der 
Umgegend entsprechend  ein Reliquiar in Form eines reichverzierten 
Kreuzes mit dem schwerbyzantinischen Bildnisse des Erlösers 1). 
Epoche 
des 
späteren 
Mittelalters. 
Stiftskirche.  Reliquienkasten des h. Castor (die Relri- 
Coblenz.) Ein Holzkasten, kapellenartig mit zierlich gothi- 
Garde n. 
quien jetzt in 
1) Für den Ursprung der Emaillen dieser Art; ist die Bemerkung wichtig, 
dags sie stets lateinische, nie griechische Inschriften haben. 
Ich erwähne hiebei noch eines Reliquiars, das ich später in der Kirche zu 
Kaiserswerth sah. Reliquienkasten des h. Suibertus; seine gegenwärtige 
Ausstattung verschiedenenZeit angehörig. In der gewöhnlichen Form; vergolde- 
tes Blech, zierlich bYZEIATItIIIISChGS limall. An den Seiten Arkaden im spätroma- 
nischen 51,311; im Uebngen ausgebildet gothisches Ornament. Vorn und an den 
Seiten sitzende Figuren, 1n Relief mit vorstehenden Köpfen, Christus  und 
Heilige, Apostel anfiellnßßltent  germanisirend; manches Feine in der 
Gawandung, schwer-fällige Kopfe. _Auf den Dachtlächen flache Reliefs aus der 
biblischen Geschichte, etwa wie 1m Uebergang aus dem Romanischen in 1135 
Germanische.
        

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