Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1495160
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Rheinreise, 
1841. 
Zweiter Abschnitt. 
Christus, jugendlich, thronend, und die zwölf Apostel. Christus als 1m- 
perator, die Apostel in mannigfach lebhaften Bewegungen, sehr verschie- 
denartig, fast nach einem akademischen Princip. Dann noch das Opfer 
Isaacs, daneben der Engel in der Gestalt einer Victoria.  Scheint ent- 
schieden ältest christlich, constantinisch, den ältesten Sarkophagsculpturen 
in aller Beziehung auffallend verwandt  
Im Besitz des Herrn Burchard noch manch hübsches, mittelalterliches 
Holzschnitzwerk. 
Romanische 
Epoche. 
Trier. Dom.  In der Schatzkammer: Ein Reliquienkasten von 
vergoldetem Silber, 11318 Zoll lang, 7318 Zoll breit, EWS Zoll hoch, mit dem 
allerreizendsten und geschmackvollsten Filigran bedeckt. Die Hauptmuster 
desselben sind Bandverschlingungen im Style des elften Jahrhunderts. 
Ebendaselbst noch "andre weniger bedeutende Reliquiarien. 
Trier. Liebfrauenkirche.  Altars portatile. 17 Zoll lang, 
etwas über 8 Zoll hoch und breit. Ein Holzkasten, bekleidet mit Silber- 
platten, vergoldeten Kupferplatten und Elfenbeinplatten.  Oben in der 
Mitte ein kleiner Stein, umher die Umschrift: "Hoc altare beatus Wil- 
librordus in honore Dni Salvatoris consecravit supra quod in itinere 
missarum oblationes d?) offerre consucvit in quo continetur de ligno crucis 
Christi et de sudario capitis ipsius." Auf dem Deckel oben eine getrie- 
bene Silberplatte: Christus zwischen Moses und Petrus, darunter drei andre 
Figuren (Transiiguration  etwas grob romanisch, gegen Ende des zwölften 
Jahrhunderts. Umher noch andre Umschriften, auf die in dem Altärchen 
befindlichen Reliquien bezüglich.  An der einen Langseite eine Elfenbein- 
platte: Madonna mit dem Kinde, ganze Figur, und zwei verehrende Engel, 
streng romanisch, aber gut im Gefühl (daneben griechische Buchstaben]. 
Auf jeder Seite derselben ein Elfenbeinrelief mit drei Brustbildern von 
Heiligen übereinander. Zu den Seiten eines jeden von diesen drei getrie- 
bene Brustbilder. (An dieser Langseite also im Ganzen zwölf Brustbilder). 
 Auf der andern Langseite der Tod der Maria, in strengem, roh byzan- 
tinischem Styl. Die Seitenfelder wie auf der ersten Langseite, doch statt 
der je drei, hier nur je zwei Brustbilder; von den getriebenen Brustbil- 
dern sind vier verloren.  Auf der einen Schmalseite Christus zwischen 
Maria und Johannes, auf der andern ein h. Abt und ein h. Bischof,  
getriebene Arbeiten im schwer germanischen Style des 14ten Jahrhunderts. 
 Die Seitonllächen sind meist sämmtlich umfasst von breiten Kupfer- 
streifen mit Goldornarnenten romanischen Styles. 
1) Dies Werk, ein Unicum in seiner Art, ist, nachdem ich die Aufmerk- 
samkeit der Kenner auf dasselbe geleitet hatte, in die zum Berliner Museum 
gehörige Kllllstkammer übergegangen. Rüuksichtlich der noch rein antiken Be- 
handlung eines christlichen Gegenstandes kann demselben etwa nur der bekannte 
Sarkopliag des Junius Bassus an die Seite gestellt werden. Ohne Zweifel war es 
ursprünglich 1111" Aufbewahrung der Eucharistie bestimmt. Herr Burchard er- 
zählte mir, dass er es bei einem Bauern in einem Dorfe auf der Mosel gefunden 
und dass es dort als Fuss eines, mit dem unteren Stammende hineingesteckten 
Cruciüxgg gedient habe.
        

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