Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1495121
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Rheinreise, 
1841. 
Zweiter Abschnitt. 
stammen diese Glasmalereien, als Geschenk des Ministers v. Stein, aus 
Dausenau, zwischen Ems und Nassau. 
St. Goar. Stiftskirche.  Reste alter Glasmalereien im Ober- 
theil der "Fenster des südlichen Seitenschifles.  In den Fenstern der 
südlichen Empore ebenfalls ein Paar gute, aber sehr verflickte Heiligen- 
figuren. 
Oberwesel. Stiftskirche.  In den Fenstern noch allerlei hüb- 
sches Glasornament. 
Köln. St. Gereon.  ln den Fenstern der Sakristei noch bedeu- 
tende Theile streng gothischer Glasmalerei in gutem Style: die Rosetten 
und unten eine Folge von einzelnen Heiligen. 
Kirche zu Altenberg bei Köln.  Das kolossale Fenster in der 
Westfacade der Kirche, ganz mit Glasmalerei ausgefüllt, von der nur 
einige Theile fehlen und Wcniges beschädigt ist. Es sind reiche Taber- 
nakel-Architekturen in einem eigen gothischen Style, in dem sich der Bau 
der freien Spitzthürme mit den Formen des Burgbaues verbindet, so dass 
scheinbar etwas der Renaissance Verwandtes zum Vorschein kommt; die 
Bögen dabei sind schon rund und mit geschweiften Giebeln versehen. Die 
Farbe der Architektur ist gelb, mit einfachen Schattentheilen, die Gründe 
sind bunt gemustert.  Unter den 7Fabernakeln sind zwei Reihen von 
Heiligen, übereinander; oberwärts in den Tabernakeln kleine Figürchen. 
Weiter nach oben, in dem untersten Theile der Stabverschlingung des 
Fensters, sind acht musicirende Engel, und darüber die grossen Brustbil- 
der der vier Kirchenlehrer. In den oberen Theilen fehlt viel. Alles Fi- 
gürliche ist weiss und grau schattirt.  Der tigürliche Styl giebt ein volles, 
reiches Germanisch, mit vollen, weich geordneten Falten und wenig ge- 
schweiften Stellungen. Die Köpfe, auf älter kölnischer Grundlage, sind 
weich naturalistisch, bei den Kirehenvätern vortrefflich, bei einzelnen Ge- 
stalten schon auf den sogenannten Isr. v. Meckenen hindeutend. Zeit um 
1420-30. 
Sonst sind die Fenster, soweit sich die alte Verglasung erhalten hat, 
durch die zierlichsten Grisaille-Ornamente in sehr mannigfaltiger Weise 
ausgezeichnet. 
Kirche des Dorfes Münster an der Nahe, unweit Bingen.  
Einige Reste guter Glasmalerei des löten Jahrhunderts, namentlich Maria 
und Johannes nebst den Füssen des Crueifixes im mittleren Chorfenster. 
Köln. Dorn.  Reste von Glasmalerei in zwei Fenstern der In- 
terims-Mauer l) des nördlichen Querschiif- Flügels: Heilige auf Teppich- 
grund und in architektonischer Umgebung; links die hh. Pantaleon und 
Laurentius als Kniebilder, rechts die hh. Andreas und Petrus, etwas 
kleiner in ganzer Figur. Etwa erste Hälfte des löten Jahrhunderts. 
Tremich durchgebildet gßTmälniSCh, die Köpfe mit anmuthig edelm, noch 
ziemlich kölnischem Ausdruck. Die weisse (und schattirte) Farbe schon 
Wesentlich vorherrschend, doch im Ganzen noch eine stylgemässe Ge- 
sammtwirkung. 
Köln- Mafia auf dem Kapitol.  Kapelle Hardenrath. Die 
schon erwähnte sehr beschädigte Glasmalerei in dem Hauptfenster der 
Kapelle, die in der Hauptdarstellung die Kreuzigung Christi enthält und 
 Diese 
beseitigt. 
Mauer 
ist 
bei 
dem 
inzwischen 
erfolgten 
Weiterban 
des 
Domes
        

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