Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1495117
Studien 
und Mosel. 
an Rhein 
Glasmalerei. 
323 
GLASMALEREI. 
Köln. St. Kunibert.  Die drei oberen Fenster in der Mitte der 
Absis reich mit biblischen und lcgendarischcn Vorgängen, die teppich- 
artig von buntem Arabesken- und Ornamentwerk umschlossen werden. 
In jedem der drei unteren eine Heiligentigur (S. Cordula, S. Johann Bapt. 
S. Ursula), jede von einem reichen Arabeskenrahmen umgeben. Aehnlich 
zwei andre Fenster, in der nördlichen Giebelwand des östlichen Querschifls, 
unterwärts.  Diese Arbeiten sind sehr interessant für den spätromani- 
sehen, ins Germanische übergehenden Styl. In den Arabesken herrscht 
entschieden die romanische Grundform vor, doch in reichen und mannig- 
faltig schönen Zusammenstellungen. Die drei Oberfenster erscheinen hie- 
durch ganz wie Tleppißhe, Zum Theil zu kraus, was aber ebenfalls für die 
romanische Spätzeit charakteristisch ist. Im Figürlichen entwickelt sich 
auf der Grundlage des strengen Byzantinismus schon ein leichter und man- 
nigfach bewegter Schwung, der sich zum Theil zu direkt germanischen 
Motiven umgestaltet. Die genannten drei unteren Figuren sind in solcher 
Weise ganz bedeutsam; 
Heimersheim. Kirche.  In den beiden Mittelfenstern des Chores 
alte Glasmalerei, frühgermanisch, noch mit byzantinischen Reminiscenzen; 
links Heilige, rechts biblische Vorgänge. In der strengen miniaturartigcn 
Behandlung colorirter Umrisse. Leuchtende Farben_ 
Köln. Dom.  Die Glasfenster des Chores sind durchaus einfach 
musivisch aus Hüttengläsern (das Rothe als Ueberfangglas) zusammenge- 
setzt. Nur Weniges, z. B. die Bezeichnung der Gesichtstheile, ist an den 
inneren Seiten mit Schwarz aufgemalt. Somit sind es ganz einfach colo- 
rirte Linearzeichnungen, und zwar im einfach strengen Style der Zeit von 
1300. Die fast übergrosse Einfachheit und der noch tinausgebilrlete Cha- 
rakter, im Vergleich zu den übrigen Arbeiten derselben Periode, sind fast 
befremdlich. Doch erscheint u. a. die Madonna mit dem Kinde, in der 
Anbetung der Könige am Mittelfenster, in den Umrissen schon sehr an- 
muthig und gefühlt. Von wunderbarer Wirkung aber ist die Farbenpracht, 
in ihrer vollen Glut. Das Ganze ist auch mehr teppichartig behandelt, in 
verschiedenartiger Weise, die oberen Fensterfüllungen im reichsten killßlr 
doseopischen Wechsel, wobei zugleich zu bemerken, dass über den Ge- 
stalten nur sehr niedrige Tabernakelkrönungeny die in gleichmässig hori- 
zontaler Linie gegen das Teppichmuster abschliessen und nicht in dieses 
hilleillwachsenr angebraßhl Siud- Das Ganze bildet eine vortQlTlich archi- 
tektonische Füllung. 
In den Kapellen des Chor-Umganges ist ebenfalls noch ein vrossci- 
Theil der alten Glasmalereien erhalten, besonders vollständig die deti heil 
drei KÜni5S'KaPene' In Styl Ulldßehandlung stehen sie den vorgenannten 
völlig parallel. 
Coblenz. S. Flo rin.  In die Fenster des südlichen Seitenschigres 
Vßfihßill. Stücke W11 grösseren Feusterbildern. Kleine, mit rnusivischen 
Mllsiem umgebene Daßlellungen MS der Geschichte Christi; schlicht ger- 
inanisch. 
Im nördlichen Seitenschili": zwei Darstellungen Christi am Kreuz mit 
Maria und Johannes. Sirene gßrmanisßh;  und die Himmelfahrt Christi. 
weich germanisch, (Beide in Einem Fenster.) Nach v_ Lassaulxrs Angabe
        

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