Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1495063
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Rheinreise, 
1841. 
Abschnitt. 
Zweiter 
nicht geistlose Nachahmung rubensischen Styles zu bezeichnen. Dabei zu- 
gleich die Darstellung einer ganzen Familie (der des Stifters) in guten Portraits. 
Köln. St. Columba.  Einige Gemälde aus Rubens Schule; darunter, 
mässig gut, das Marterthum der heiligen Columba. 
Bonn. Münster.  Ein Paar Altäre mit nicht sonderlich bedeuten- 
den Gemälden aus dem 17ten Jahrhundert. 
Köln. Maria auf dem Kapitol.  Späte Bilder von Lebrun. 
Boys, Busehop und Aug. Braun. 
A n d e 1' n a c h. Die Anunzi atenkirehe (jetzt Gymnasiums- 
kirche).  Unbedeutend einschifüges modernes überwölbtes Gebäude. 
Merkwürdig durch die vollständig durchgeführte Ausmalung al fresco vom 
Jahr 1739. Pilaster und Wandverzierungen reich mit dem allerbuntesten 
Roeocowerk; dazwischen, in besondern Roccaille-Einrahmungen, allerlei 
biblische, legendarisehe, landschaftliche Bilder. Jedes an sich ganz ab- 
scheulich. In dem Ganzen aber, bei aller Tollheit, eine bemerkenswerthe 
und nicht unglücklich wirkende Harmonie  Glaswappeu der Stifter 
aus demselben Jahre in den Fenstern. 
Trier. St. Paulin.  Brillante Gewölbmalereien aus dem 18ten 
Jahrhundert. 
Gemälde 
aus 
ausserrheinischen 
Schulen. 
Köln. Dom.  In der Maden-Kapelle, an der Wand über dem 
Altar, ein grosses Bild der Verkündigung. Ein ganz gutes, doch verdor- 
benes Exemplar des bekannten und mehrfach wiederholten Andaehtsbildes 
in 8.8. Annunziata zu Florenz, das den Florentinern als eine Engel- 
arbeit, den Kunsthistorikern als die eines Trecentisten der späteren Zeit 
des 14ten Jahrhunderts gilt. 
Köln. S. Maria in Lyskirchen.  Im Chor ein ziemlich spätes 
Exemplar des ebengenannten Bildes der Verkündigung. 
Köln. Maria auf dem Kapitol.  In der Kapelle Gervo (Hirsch), 
über dem Altar, eine auf beiden Seiten bemalte Tafel, nach der gewöhn- 
lichen Annahme von A. Dürer. Auf der einen Seite der Tod der heil. 
Jungfrau. Hier findet sich unterwärts das Dürersche Monogramm. das 
aber jedenfalls, in der Weise, wie es angebracht und wie es ausgeführt ist, 
das Gepräge der Unäehtheit trägt. Auf der andern Seite die Trennung der 
Apostel. An der Steineinfassung des Brunnens hier die Jahrzahl1521.  
Dürefsche Compositionsweise, Dürefsche Charakteristik, gewisse Grund- 
typen seiner Behandlungsweise sind in beiden Bildern gewiss unverkenn- 
bar, doch macht sich dies Alles nur auf eine ziemlich rohe Weise geltend. 
Die Hand des Künstlers ist schwer, die Farbe ist dick und, wenn auch 
Dürer's Tönen sich annähernd, so doch gar nicht in seiner zierlichen 
Transparenz nnigßiiiagßn. Es ist ohne Zweifel die Arbeit irgend eines 
Naehahmßrs oder Schülers, und das Monogramm später aufgesetzt. 
Köln. St. Severin.  Im nördlichen Seitenschiff, am Pfeiler des 
Querschiffes, ein Gemälde: Thronende Madonna, rechts St. Matthias, links 
St. Severinus und der knieende Donator Canonieus (gest. 1530). Ein recht 
tüehtiges Bild der Dürefsehen Schule, etwa, in Bezug auf die Strenge der
        

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