Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1495031
Studien 
und Mosel. 
an Rhei u 
Malerei. 
Israel von 
Meukenenx 
etc. 
315 
Tri e r. Gemäldesammlung bei Hrn. Kaufmann P1 atta u.  Bemerkens- 
werth u. A. ein grosser Altar mit Christus am Kreuz, der Madonna und 
den Aposteln. Er soll aus dem Kölnischen stammen; der Charakter der 
Malerei ist mehr oberdeutsch (fränkisch), doch mit kölnischern Nachklang 
in den Köpfen. 
Trier. St. Gangclph.  Bild auf Goldgrund. Christuslcichnam 
zwischen Maria und Johannes, Kniestück. Gutes Bild eines, wie es 
scheint, nordischen Meisters, der in Italien studirt hat, in Etwas der Zeit 
und Richtung des Q. Messys vergleichbar. Es ist etwas von der Auf- 
nahme des Bellinischcn Styles darin, doch die Behandlung schon beträcht- 
lich moderner. 
Kirche zu Clausen.  Die Flügel des grossen Schnitzaltares 
(vergl. oben). Zwei grosse Flügelbilder bedecken die ganze Breite und 
zwei kleinere den Obertheil des erhöhten Mittelfeldes vorn Schreine. Die 
grossen Bilder: links Kreuztragung, rechts Höllenfahrt und Auferstehung; 
auf ihren Aussenseiten die Anbetung der Hirten und die Anbetung der 
Könige. Die Oberbilder: Himmelfahrt und Piingstfest (deren Rückseiten 
nicht sichtbar, vielleicht mit der Darstellung der Verkündigung).  Eben- 
falls, wie das Schnitzwerk des Schreines, Arbeiten nicht ohne Bedeutung. 
Der Maler vereint Elemente der kölnischen und flandrischcn Schule mit 
einer gewissen Behandlung nach Art der Westphalen. Doch bedeutender 
Gegensatz gegen die Lebepsfrische der Schnitzwerke, Mangel an reger 
Körperlichkeit, zugleich aber viel mehr Ausdruck eines tiefen innerlichen 
Gefühles. In diesem Betracht sind besonders die beiden Anbetungen. ganz 
ausgezeichnet. Die Malerei, hat, im Gegensatz gegenKölner und Flandern, 
bereits das Trocknere der Westphalen. 
Kirche zu Merl.  Die Flügelgemälde des Schnitzaltares (vergl. 
oben). Auf beiden Seiten bemalt. Innen Scenen der Passion und der 
Kindheit Christi. Aussen Bilder, welche sich auf Abendmahl und Messe 
beziehen: Abraham und Melchisedek, die Messe Gregors, die Manna- 
lese etc. Bei der Cornposition der Bilder scheinen Dürersche Holzschnitte 
benutzt (aber nicht eopirt); Behandlung und Durchbildung sind mehr im 
süddeutschen Charakter (nach Art des H. B. Grien). Manches keck Cha- 
rakteristische, doch auch hier -(wie an den Sculpturen des Altares) ohne 
eine höher künstlerische Fassung oder Durchbildung. 
Münstermayfeld. St. Martin.  Die ehemaligen Flügelgcmälde 
des grossen Schnitzaltares, jetzt über dem Altar der nördlichen Seitenabsis 
gesondert aufgestellt. Scenen der Passion Christi und der Geschichte der 
Maria (frühere und spätere Momente der in dem Schnitzwerke dargestellten 
Geschichten). Hier scheint sich, in allerhand phantastisch seltsamen und 
capriciösen Dingen, in dem Kostüm, der Geberdnng, den Gesichtern etc., 
"ein ziemlich direkter Einfluss des wirklichen Lucas v. Leyden anzukün- 
digen. Manches ist übrigens ganz geistreich und lebhaft gefühlt, besonders 
in den Gesichtern der Peiniger. Auch manche der idealen Gestalten sind 
ganz ansprechend. 
Znlpich. Kirche.  Die Flügelgemälde des grossen Schnitze 
anal-es, welcher im Schrein die Kreuzigung, die Messe Gregors etc. enthält, 
(Vergl. oben). Innere Seiten: 1) Maria von Engeln gekrönt; darunter, 
kleiner, die hh. Helene 111111 Bafbara- 9) Petrus; darunter Jacobus Major 
und Matthias. Aeussere Seitßfli a) Anbetung der Hirten; b) Anbetung der 
Könige. Interessante Bilder späterer Zeit, wo sich der heimischen. Klmßt
        

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