Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1492100
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und 
Berichta 
Kritiken. 
hauen und bemalt, stehend, das Kind auf dem Arme. In der geschweiften, 
manicrirten Stellung der Sculpturen des vierzehnten Jahrhunderts, sonst 
aber in ausgezeichnet schöner Behandlung des germanischen Styles. Auch 
das Nackte fein gefühlt. 
Altarschrein aus der späteren Zeit dcs fünfzehnten Jahrhunderts. lm 
Inneren Schnitzwerk, bemalt und vergoldet, auf der Aussenseite der Flügel 
Gemälde, Sghnitzwerk wie Bilder sehr handwerksmässig, nur auf ersteren 
einige zartgefühlte weibliche Köpfe. 
In der Barfüsserkirche: 
Grabstein der Gattin des Rud. Ziegeler, vom J. 1370. Höchst tretflich. 
in feiner und edler Durchbildung des germanischen Styles. 
Grabstein des Bischofs Albert von Weichlingen, vom J. 1371. Aehnlich 
ausgezeichnet, dieser besonders auch durch die schon sehr individuelle Be- 
handlung des Gesichts. 
Arbeiten eines grossen Schnitzaltares, noch in den Typen des germa- 
nischen Stylcs. Hauptdarstellung: die Krönung der Maria; zu den Seiten 
Christi Geburt und Darstellung im Tempel, Auferstehung und Ptingstfest. 
Ausserdem die zwölf Apostel. Reich, die Gewandung in weich germani- 
scher Fassung, doch im Ganzen eine gewisse Starrheit des Gefühls. Die 
Seitenreliefs untergeordnet. Auf den Aussenseiten der Flügel Gemälde von 
Heiligen. Diese sind etwas bedeutender im künstlerischen Gefühl, wenn 
auch einfach in der Anlage. Beachtenswerthe Nachfolge der Kölnischen 
Schule. 
In der Severinkirche: 
Statue einer Madonna aus Sandstein, am Eingange des Chores; auf 
der Plinthe der Name des Bildhauers: Joh- Gerhart." Germaßisßher Styl- 
Zwar ohne feinere Durchbildung, doch in dem Allgemeinen der Anordnung 
nicht ohne Verdienst. 
In der Reglerkirche: 
Grosser Schnitzaltar, vcn Schorn mit Bestimmtheit dem Michael 
Wo hlgemuth zugeschrieben. Im Inneren zwölf Abtheilungen mit läelief- 
darstellungen, welche Scenen der Geschichte des neuen 'l'estamentes ent- 
halten. Dazwischen kleine Statuetten von Heiligen. An der Staffel Reliefs 
aus der Geschichte der heiligen Agnes. Oberwärts eine freistehende archi- 
tektonische Krönung mit andern Heiligenstatuen. In dem Ganzen dieser 
Arbeit ist, der Richtung Wohlgemuths allerdings entsprechend, ein Streben 
nach Charakteristik und lndividualisirung wahrzunehmen, auch linden sich 
einzelne grossartige Gewandmotive. Im Uebrigen aber herrscht ein hand- 
werksmässiges Element vor.  Auf den Flügeln vier grosse Gemälde auf 
Goldgrund, Dornenkrönung, Geisselung, Erscheinung Christi und Piingstfest. 
Hier die" Eigenthümlichkeit Wohlgemuths noch entschiedener sichtbar, als 
bei den Schnitzwerken. Einige Köpfe von der ihm eigenen idealen Schön- 
heit; doch das Ganze durch seine grelle Charakteristik wenig erfreulich, 
die Peiniger höchst widerlich. (Ob ganz sicher von Wohlgernuth   Auf 
den Aussenseiten der Flügel gemalte Heiligengestalten; mehr Gesellen- 
Arbeit  
1) Notiz über die Flügelgemälde, nach ihrer im J. 1851 erfolgten Restau- 
ration:   
V0? dallfiargesßellten Scenen, auf allen vier Bildern hinlaufend, ist eine 
Lettner-Archlwktllf 81'811 i" 31'811 gemalt; unten schlanke Säulcheu, Bildernischen
        

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