Studien
an Rhei
und Mosel.
Malerei.
Israel
von Meckenerx
etc.
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Durch Pgl-eyfals Restauration ist allerdings Manches ganz fortgewaschen,
7„ ß_ das Gewand des Simeon auf Nr. 2, auch hie und da ein andres
dleppichgevirandstückg dann macht sich hie und da sein Firniss schlecht;
dann ist über dem Goldgruntle Manches, z. B. Haare abgesprungen. Der
Sturz, durch den das Bild verletzt, hat nur eine Spaltung, auf dem rech-
ten Flügel, und_ ein Loch im Goldgrunde hervorgebracht. Alles Bedeu-
tende aber ist erhalten, nichts übermalt und das Bild sehr restaurations-
fähig. Auf den Aussenseiten der Flügel: links die Verkündigung (mit
dem Datum 1463); rechts Christus am Kreuz mit Maria und Johannes,
unten knieend der Donator, Canonicus Tilmann Joel. (Auf einem gothi-
sehen vergoldeten Altarkelch der Kirche findet sich die Namens-Inschrift
„Teilmannus Joill".) Der Grund der äusseren Flügelbildcr ist Luft und
Landschaft.
(Zweite Notiz, nach näherer Kenntniss der Kölner Bilder
desselben Kreises.) Das Bild verwirrt mir die Reihenfolge der Ge-
mälde des sogenannten Israel von Meekenen fast am Meisten. Ich möchte
in demselben eine eigenthümliche Mittelstufe "zwischen der Passion und
den Bildern der folgenden Gattung annehmen". An kurz bekleideten Figu-
ren ist wenig in dem Bilde, daher auch im Ganzen wenig von den Ver-
schrobenheiten (lerselbcn; obgleich unter den sitzenden Aposteln des
Pfingstbiltles manche Gestalten auch ganz unglücklich ausgefallen sind,
auch hier gerade etwas roh naturalistische Gesichter vorkommen. Sonst
herrscht hier bereits ein gewisser ldealsinn vor, der sich in den herkömm-
lich feierlichen Gewandungen und in den Faceköpfen (besonders der Ma-
donna, die fast in Wohlgemuthschen Formen erscheinen, auch einzelner
älterer Männer) glücklich ausspricht. Einzelne Gesiehtsbildungcn sind ent-
schieden im Style der Bilder der zweiten Reihenfolge. Die Gewandung
ist scharf, zum Theil in grosser Würde und selbst mit feinerem Verständ-
niss durchgebildet, in einzelnen Fällen aber auch (eben bei jenen Apo-
steln) sehr ungeschickt. Das Colorit ist zumeist im Charakter der Bilder
der zweiten Reihe, doch scheint es mir, soweit man bis jetzt über das
Werk noch urtheilcn darf, noch Beminiscenzen an die Passion zu enthal-
ten. Die derbe Plastik in einzelnen Köpfen scheint aber zugleich fast
schon an die Grablegung im Kölner Museum zu erinnern.
Ebenfalls in der Kirche von Linz, auf der südl. Empore, zur
Seite des Altares von 1463, ein andres grosses Bild desselben Ateliers (der
Richtung des sog. Israel von Meckenen), gleich dem genannten von Til-
mann Joel gestiftet, dessen Bild darauf vorhanden: Gottvater mit dem
Christusleichnam. Johannes der Täufer, Andreas, Papst Clemens und Flo-
rinus zu den Seiten. Tüchtig, Charakter-voll und würdig, nicht so durch-
gebiltlct, wie das Gemälde von 1463, doch in den Köpfen auch wohl die
Hand des Meisters. Auf Goldgrund. Die Erhaltung ähnlich wie die
jenes Bildes.
K 51m Bei Hrn. von Geyr (früher in der Lyversbergschen Samm-
lung). Kreuzigung des sogenannten Israel von Meckenen. lilittel-
mm, 4 R s], Z. hoch, 4 F. 83], Zoll breit: die drei Cruciiixe, siebenFigu-
m], zu Pferde, vorn Maria und Johannes. Blaue Ferne, Goldgrund
Monogramm, Q f Auf dem linken Flüge] die Verklärung, auf dem
l-echwn die Auferstehung Christi.