Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494814
Studien 
und 
Rhein 
3D 
Mosel. 
Malerei. 
Meister 
Wilhelm 
etc. 
293 
sciner Grazie und etwas bestimmter ausgebildet. Die Färbung ist licht 
und heiter, der grcssedfigurenreichen Kreuzigung im Museum verwandt, 
doch entschiedener in den Farben und keineswegs von derselben Kam 
Rother Grund mit Blumen.  Die innern Seiten, gegenwärtig 12 Tafeln, 
mit Scenen der Passionsgeschiehte. Hier reicht die Kraft des Künstlers 
nicht aus; der derbe Naturalismus des Wilhelm in solchen Scenen. die 
ideale Würde der Museumsbilder, welche als Jugendarbeiten des Stephan 
zu bezeichnen sind, fehlen; die Gestalten der lebhaft Bewegten sind sehr 
ungeschickt. Gleichwohl erscheinen auch hier frisch naturalistische Köpfe, 
in andern Fällen Adel und Würde; und überall ist jenes Färbungsprincip 
eingehalten. Goldgrund.  
Ebendaselbst.  Drei Tafeln, einem Flügelaltar angehörig. Linker 
Flügel: Krenztragung; Mittelbild: Kreuzigung (mehrere Darstellungen zu 
Einer zusammengefasst, links die Entkleidung Christi, rechts die Vorbe- 
reitung zur Abnahme und die Grablegung); rechter Flüge]: Geisselung. 
Sehr interessantes Pendant zu den Jugendbildern Stephans:  ein Schüler 
der ältern Richtung, und noch mehr als der Verfertiger des eben be- 
sprochenen Cyclus, zu noch kräftiger-er Fülle, zu noch wärmerem Schmelz 
entwickelt Einzelne Gesichter von grosser weicher Anmuth, einzelne Ge- 
stalten grossartig und kräftig gewandet; dabei aber fehlt hier noch ungleich 
mehr die ldealität des Stephan.  Zwei Bilder, wohl die Aussenseiten 
desselben Altares, Himmelfahrt und Ptingstfest darstellcnd, sind ganz von 
derselben Art. 
Köln. Museum.  Angebliche Jugendbilder des Meister Stephan: 
1) Geisselung, 2) Grablegung Christi (jedes 3 Fuss 2 Zoll hoch, 2 Fuss 
431„ Zoll breit), von Wallraff durch Tausch von den Boisserces erworben 
und sammt einer bedeutenden Anzahl anderer Tafeln der ehemals B0isse- 
redschen Sammlung aus Heisterbach stammend, wo sie insgesammt, nach 
Herrn Moslers Angabe, einem Altarwerke angehörten. Dem Stephan, wie 
man ihn sich in seiner jungen Zeit denken kann, und namentlich dem 
folgenden Bilde der heiligen Ursula sehr nahe stehend, eigentlich so, (lass 
der Unterschied nur in einem geringeren Grade von Geist und Schönhcitssinn 
beruht. Das vorzüglichere Bild ist das erste; die Köpfe sind edel in idealer 
Weichheit gehalten, aber, was allerdings sehr auffällig ist, ohne tieferen 
Ausdruck, weder von Seiten der Schergen, noch von Seiten des Erlösers. 
Nur der eine Profilkopf eines Schergen hat durch eine knollige Nase 
etwas Charakteristisches, dasselbe Profil hat aber auch der Johannes auf 
dem zweiten Bilde. S0 fehlt auch auf dem letztern der Ausdruck. Die 
Modellirung der Köpfe ist weich geschmolzen, doch sind die Dctailformen 
dabei vielleicht zu schwer- geworden. Die Carnation hat ungefähr noch 
die Stimmung der heiligen Ursula. Die Composition ist in beiden Bildern 
einfach; die Gestaltung zeigt einen höheren Entwickelungsgrad als Meister 
Wilhelm besitzt; so auch das Allgemeine des Colorits, das aus denselben 
Grundprincipien hervorgegangen ist. Die Grablegilng ist das minder ber- 
deutende Bild; der Styl des weissen Gewandes, in das der Leichnam des 
Erlösers eingewickelt, ist eines Stephan nicht eben würdig.  
Ebendaselbst.  Die heilige Ursula. 5 Fuss 27„ Zoll hoch, 3 Fuss 
103], Zoll breit (rheinländisch). In feierlich ruhiger Stellung, mit ausge- 
breiteten Armen, in der einen Hand einen Pfeil, in der andern einen 
Palmenzweig haltend. Ihr Mantel fallt breit nieder und dient vieren v0ll 
ihren Jungfrauen, die in kleinem Maassstabc dargestellt sind, zum schützen-
        

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