Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494723
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Rheinreise, 
1841. 
Zweiter Abschnitt. 
Köln. Krypta von St. Gereon.  Vielfache Spuren romanischer 
(auch germanischer) Wandmalerei. 
Einige Stellen des Fussbodens, neben dem Altar, und der gesammte 
Fussboden in den Seitenkapellen der Krypta zusammengesetzt aus den 
wirren Fragmenten einer rohen, aus sehr grossen Würfeln gebildeten Mo- 
saik, welche biblische und legendarische Scenen vorstellte. Der Styl der 
Zeichnung und der Charakter der Inschriften auf die Zeit gegen 1200 
deutend. 
Bonn. Museum.  Grabplatte des Abtes Gilbertus von Laach, aus 
der zweiten Hälfte des 12ten Jahrhunderts, mit einem Mosaikbilde des Ver- 
storbenen und mit gleichfalls musivischer Inschrift, zur Hälfte zerstört. In 
rohem romanischem Style und von sehr ungeschickter Arbeit. Die Farbe 
nur wenig verschiedenartig. 
Coblenz. St. Castor.  An den Wänden und'am "Triumphbogen, 
über dem Gewölbe des Mittelschiffes, Reste alter Malerei, dort Ornamen- 
tistisches, hier Figürliches, Letzteres aber höchst verdorben. 
Brauweiler. Kapitelsaal.  Das Gewölbe (sechs Kreuzgewölbe 
mit 24 Dreieckfeldern) ganz mit den Resten von Wandmalereien bedeckt, 
Biblisches und Legendarisches, in symbolischem Zusammenhange, wie es 
scheint, und in üblicher Weise sich auf das Mysterium des Christlichen 
Glaubens beziehend. In dem Hauptfelde des einen mittleren Kreuzgewöl- 
bes das Brustbild des Erlösers und in den übrigen Feldern desselben be- 
deutsam ausgezeichnete Heilige; in dem Hauptfelde des andern Christus 
am Kreuz und umher andre Martyrien. In einem dritten Kreuzgewölbe 
Scenen von Einsiedlerlegenden, in deren einer eine Architektur mit dem 
Namen Treviris, und daneben, wie es scheint, der h. Simeon von Trier 
und der Satan, der ihn mit seinen Versuchungen quälte, in Centaurenge- 
stalt. In einem vierten Kreuzgewölbe Kampfscenen, z. B. Simson mit dem 
Eselskinnbacken in der Mitte von Erschlagenen. U. s. w. Die Ausführung 
deutet auf spätromanische Zeit. Styl, Behandlung, Geist der Auffassung, 
alles Technische steht ziemlich entschieden den besseren Sachen in den] 
bekannten Hortus deliciarum des Herrad von Landsperg zur Seite. Leider 
sind die Malereien verblichen und Manches ist ganz verdorben. In moder- 
ner Zeit waren sie ubertüncht und sind erst durch den Direktor der Brau- 
weiler Anstalt, Hrn. Ristelhueber, nach dessen Angabe, .von der 'l'r'inche 
befreit worden. Auf die Bogenbänder zwischen den Kreuzgewölben ist 
romanisches Ornament gemalt.  Andre Malereien werden möglicher Weise 
durch das R0c0co-'l'äfelwerk der Wände verdeckt. 
Köln. Taufkapelle von St. Gereon.  Mehrere Wandgemälde, 
heilige Gestalten darstellend, mehr oder weniger verblichen, sind neuer- 
lich von der Tünche befreit worden. In ihrer allgemeinen Fassung sind 
es höchst bedeutsame Zeugnisse für die letzte Zeit des romanischen Styles 
und dessen Uebergang in das Germanische. Erste Hälfte des 13ten Jahr- 
hunderts. 
Köln. St. Ursula.  Zehn grosse Schiefertafeln (zwei andre sollen 
verdorben sein) mit den gemalten Bildern der Apostel, im Muttergottes- 
gang, am Eingange bei der südlichen Thür, mit Klammern an die Wand 
befestigt (mithin die Jahreszahl 1224, welche sich der Angabe nach auf 
der Rückseite der einen Tafel befindet, nichhsichtbar). Llrsprünglich cin- 
fach colorirte Umrisszeichnungen, den gleichzeitigen deutschen Miniaturen 
ßnßpfeCllOlltl. Anwendung von Goldliehtern ganz nach byzantinischer Art,
        

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