Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494601
272 
Rheinreise, 
1841. 
Abschnitt. 
Zweiter 
bildung der Gewandung nicht mehr 
sehr ausgezeichneter Schönheit. 
bedeutend; 
der 
aber 
Ausdruck 
VOR 
Bronz esculptur. 
Köln. Dom.  Auf dem Altar der heil. Dreikönigskapelle ein zier- 
lich barockes Gehäuse mit gothischer Ueberwölbung,  Fuss hoch; darin 
die kleine Gruppe der Anbetung der Könige, nebst Heiligen und dem Do- 
nator. Das Ganze aus vergoldeter Bronze, inschriftlich vom J. 1516. Die 
Composition ist nicht gerade plastisch bedeutsam geordnet; doch hat sie 
im Einzelnen, namentlich in der Maria, ansprechende" und edle Motive 
und ist durch saubre Ausführung ausgezeichnet. Der Styl ist etwa der 
eines noch alterthümlich ecleln Barth. de Bruyn oder verwandter Meister. 
Heiliges 
Grab 
und 
Crucifix-Darstellungenm. 
Köln. Maria auf dem Kapitol.  In der westlichen Vorhalle 
das Hautrelief einer Grablegung aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Hand- 
werksarbeit, doch ganz sinnig ausgeführt. Recht artige weibliche Köpfe, 
noch mit der eigenthümlich kölnischen Rundform.  
Trier. St. Gangolph.  Vor der Kirche ein heiliges Grab, (Grab- 
legung als freie Statuengruppe) mit acht grossen Statuen, aus der früheren 
Zeit des fünfzehnten Jahrhunderts. Handwerklich; einzelne Figuren indess 
nicht ohne grossen Sinn und bewegtes Gefühl. 
Münstermayfeld. St. Martin.  Ein ähnliches Werk an der 
Wand des nördlichen Seitenschides. Darüber, unter gothischem Baldachin, 
der Eccehomo und vier Engel mit Marterinstrumenten. Einfach hand- 
werksmässig; funfzehntes Jahrhundert. Manche recht gute Köpfe. 
Andern ach. Pfarrkirche.  Ein ähnliches Werk in einer Sei- 
tenkapelle unter, dem nordwestlichen Thurm. Ziemlich rohe Arbeit des 
funfzehnten Jahrhunderts, obgleich Einzelnes, namentlich einige Köpfe, 
ganz gut. 
Remagen. Katholische Kirche.  Wiederum ein Werk der Art 
im Seitenschiif. Neuerlich bemalt. 
Kirche zu_St. Weudel.  Zur Linken des Hochaltares, in einer 
Nische, ein h. Grab mit acht unterlebensgrossen Figuren. Handwerklich 
gegen 1500.   
Trier. Liebfrauenkirche.  Grosses Werk vom J. 1530. Grosse 
Nische in brillanter und geschmackvoll dekorirter Renaissance-Architektur. 
Darin ein h. Grab mit acht lebensgrossen Statuen; das Nackte naturgemäss 
gefärbt, die Gewänder weiss mit goldnen Säumen. (Diese Bemalung ist 
neu, scheint aber das alte Muster wiederholt zu haben.) Die Arbeit ist 
nicht ohne Bedeutung, die Ausführung nicht ohne Tüchtigkeit; doch fehlt 
die gediegene gemeinsame Wirkung. Die Figuren stehen ziemlich steif, 
wie ein lebendes Bild oder wie Wachsfiguren, nebeneinander. Die Köpfe 
sind ziemlich naturgemäss behandelt, die Gewänder schon im Style der 
Manieristen jener Zeit.  Oben über der Nische ist die Auferstehung in 
kleineren Statuen dargestellt.
        

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