Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494561
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Rheinreise, 
1841. 
Zweiter Abschnitt. 
Architektur, die unschön mit gothischen Reminiscenzen verbunden ist: 
„Fraw Elisabet von Gutenstein, geborne Freyherrin von Schwartzenberg." 
Ihre Gestalt und die ihres Gemahls in Hautrelief. Der Styl der Sculptur 
dem des vorigen Monuments ähnlich, doch das Ganze minder edel. Die 
Gesichter fein behandelt.  
Münstermayfeld. St. Martin.  lm südlichen Kreuzllügel zwei 
einfach tüchtige Grabsteine,'ein Herr von Eltz (gest. 1529) und seine Ge- 
mahlin (gest. 1531). Ihre Gewandung von guter Anlage. 
Kirche zu Klausen.  In der Vorhalle der Kirche ein Grabstein 
mit der Ueberschrift: „1535 ist gestorben der erenvest Philips her zu Ot- 
tenesch." Die Figur in Lebensgrösse und nicht starkem Relief; von vorn 
gesehen, ganz in der süddeutschen Portraitweise, wie eine Gestalt von H. 
I-Iolbein oder N. Manuel, die Behandlung des Kopfes der der schönen 
süddeutschen Portraitmedaillons verwandt. Die Arbeit scheint voll treff- 
lichen Lebens und mit individualisireuder Naturwahrheit durchgebildet; 
leider ist sie mit Tünche sehr verschmiert, auch Einiges daran beschädigt. 
In der Kirche noch ein rittcrlicher Grabstein aus dem funfzehnten 
Jahrhundert. 
Pfarrkirche zu Co chem.  Ein tüchtig gearbeiteter Grabstein (mit 
gänzlich verschmierter Inschrift). Ein Ritter mit langem Bart, im Kostüm 
des sechzehnten Jahrhunderts; ebenfalls ein Beispiel der freien und leicht 
naiven Naturwahrheit an den Portraitsculpturen jener Zeit. 
Kirche zu St. Arumal.  Im südlichen Seitenschiffzwei Grabsteine 
mit dachcm Relief: Heinrich von Soetern (gest. 1545) und seine Gemahlin 
(gest. 1526). Handwerksmässig, doch an die schöne Zeit der Renaissance 
erinnernd. Die männliche, ganz gepanzerte Figur ist die bessere. 
Coblenz. Liebfrauenkirche.  In der Vorhalle zwischen den 
Thürmen drei Epitaphien mit Bildnissen: Reinhart de Burgdorn, 1517, 
(ganz tüchtig);  Otto Joachim. von de Burgthorn, 1547 , (r_ech_t_ frisch in- 
dividuell);  und Guta Blaclcerts, Hausfrau des Richart v0 de Burgdorn, 
1553, (lebendig und in trefflicher Gewandung). 
Schnitzaltäre 
und 
Holzsßulpturen. 
ähnliche 
Köln. St. Kunibert.  Im nördlichen Kreuztlügel eine ziemlich 
grosse Hautreliefgruppe, die Kreuzigung darstellend, ohne Zweifel von einem 
Schnitzaltare, jetzt weiss angestrichen. Ebendaselbst noch zwei einzelne 
Heiligenliguren und im Chor ein Theil einer Gruppe der Grablegung. 
Alles im handwerklich tüchtigen Style, der dem Meister der Lyversberg- 
sehen Passion parallel Sieht. düch ohne die grössere Tiefe dieses Malers. 
Kirche Zll Klauseln  Grosser reicher Schnitzaltar aus der zwei- 
ten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. In der Mitte ein grosser, in drei 
Theile zerfallender Schrein. qleder- Theil oberwärts mit ungemein reichen, 
höchst gesßhmaßkvßllen Tabernakel-Architekturen ausgefüllt. Links die 
Vorbereitung zur Kreuzigung, in der Mitte die Kreuzigung selbst, rechts 
die Kreuzabnahme. Ziemlich tigurenreiohe Compositionen. Der Styl etwa 
dem der westphälischen Malerschule zu vergleichen. doch Ohne 461'911 
stärkere Uebertreibungen. Ohne zwar auf eine höhere künstlerische Wir- 
kung hinzuarbeit-en, entwickelt sich ein frisches, kräftiges Leben, mit aller
        

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