Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494550
Rhein und Mosel. 
au 
Studien 
Sculpturen des 
Jahrhrh. 
"267 
Telief, in sehr grossartiger, noch germanischer Anlage der Gewandung. 
Gesicht und Hände beschädigt. 
Dreinebeneinander geordnete Sarkophage, des Grafen Johann von 
Saarbrücken (gest. 1472) und seiner beiden Gemahlinnen. Der Graf, ganz 
ggpanzeft, steif ritterlich. Die erste Gemahlin, Johanna von Loen (gest. 
1469), ebenfalls etwas steif und mit Nachklängen des germanischen Styles, 
dabei, wie es scheint, ursprünglich mit anmuthiger Behandlung des Gesichts. 
Die zweite Gemahlin (bei deren Inschrift das Sterbejahr unausgefüllt, also 
vor ihrem Tode gefertigt), in der ganzen Gestalt von treftlicher und edler 
Anlage, doch auch nur von handwerksmässiger Ausführung; das Gesicht 
ursprünglich wiederum sehr anmuthig. 
Bonn. Münster.  Im nördlichen Kreuztlügel die Tumba mit 
dem Grabstein des kölnischen Erzbischofes Rupert (gest. 1471). Einfache 
Figur, etwas steif, aber in ganz gut naturalistischer Umbildung der alten 
germanischen Anlage. 
Trier. Liebfrauenkirche.  Grabstein des Erzbischofes Jacob 
von Syrck (gest. 1456). Eine vortreffliche Arbeit in grossartigem Style. 
(Der Grabstein stand 1841 in einer alten dunkcln Kapelle am Dome.) 
Coblenz. St. Castor.  Im südlichen Seitenschiff ein kleines Epi- 
taphium vom Ende des fünfzehnten Jahrhunderts: die heil. Jungfrau und 
ein knieender Ritter nebst seiner Frau. Durch schöne Motive in der Ge- 
wandung ausgezeichnet. 
Boppard. Karmeliterkirche.  Ein Paar handwerklich tüch- 
tige Grabsteine des funfzehnten Jahrhunderts. 
Cues. Kapelle des Hospitals.  Grabstein der Clara Criftz, 
ohne Zweifel der Schwester des Kardinal Cusanus. Ganze Figur in cin- 
fachem Flachrelief, aber in trefflich stylistischer Anlage und mit unge- 
mein glücklichem Lebensgefühl durchgeführt. Wohl schon Anfang des 
sechzehnten Jahrhunderts und jedenfalls eins der besten Werke dieser ein- 
facheren Portraitdarstellung. Zwei Engel, sehr anmuthig, halten Wappen 
zu den Seiten ihres Hauptes. Der Grund ist leicht ornamontirt. 
Bittburg. Ob er- oder Licbfrauenkirche.  Zwei rohe Epi- 
taphien der Herrn von Koben, aus dem fünfzehnten und aus dem sechzehn- 
ten Jahrhundert, das spätere mit einigem ornamentistischem Putz im Style 
des Kobenhofes. 
Stiftskirche zu Kyllburg  Einige Epitaphien des fünfzehnten 
und sechzehnten Jahrhunderts, ohne bedeutendes Kunstinteresse. 
Köln. St. Gereon.  In der westlichen Vorhalle der Grabstein 
eines Geistlichen vom J. 1513. Ganze Figur in flachem Relief, mit guten 
Motiven, doch nicht sonderlich geistreich; ein sehr charakteristisches Bei- 
Spiel für den scharfeckig geschnittenen und in kleine Ecken ausgehenden 
Faltenwurf. 
Oberwesel. Stiftskirche.  Grabmonument des Canonicus Petrus 
Lutern (gest. 1515). Seine Figur. lebensgross in starkem Relief, in einer 
Spätgothischen Nische stehend; höchst lebenßll, die nackten Theile unge- 
mein individuell und lebensfrisch durchgebildet; die Gewandung würdig, 
Ziemlich grosse Linien mit Düreüschen Brüchen. In der Architektur der 
Nische, zu den Seiten der Hauptfigur. die kleinen Statuetten der Magdalena 
(diese sehr verletzt) und der besser erhaltenen Martha. Beide trefflich in 
ähnlicher Behandlung- '   
Ebenda, an einem Pfeiler der Nordseite, ein Epitaphium in moderner
        

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