Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494520
264 
Rheinreise, 
1841. 
Zweiter 
Abschnitt. 
In der Marienkapelle das Grabmal des Grafen Gottfried von Arnsberg 
(lebte 1368) und seiner Gemahlin. Beide Figuren auf dem Sarkophag lie- 
gend, ziemlich schwer, doch von sauberer Arbeit. Reste der interessanten 
Bemalung des Ritterkostüms. Kleine Figuren an den Seiten des Sarko- 
phags, scheinbar ganz anmuthig, doch meist verdorben. 
Coblenz. St. Castor.  Grabmonumente. 
Sarkophag des Erzbischofes Cuno von Falkenstein (gest. 1388). Auf 
demselben, überlebensgross, die Gestalt des Bischofes mit gefalteten Händen. 
Das Gesicht sehr individuell, voll und kräftig, die Gestalt sonst nicht eben 
sehr edel. Ueber seinem Haupte ein (liegender) Baldachin, und eine (gleich- 
falls liegendef Architektur zu seinen Seiten, auf der Fläche des Sarkophags. 
In letzterer, an der vorderen, dem Beschauer zugekehrten Seite, drei vor- 
treffliche kleine Heiligenfiguren, im schönsten, reinsten und edelsten ger- 
manischen Style, völlig frei von allen manierirten Elementen desselben. 
An der hintern Seite dieser Architektur sind keine Figuren. Unterwärts, 
an der Vordertläche, ist der Sarkophag mit einer zierlich gothischen Nischen- 
Architektur, doch ohne figürliche Darstellungen, geschmückt. (Ueber die 
Architektur der Nische, darin der Sarkophag steht, ist bereits gesprochen. 
Ueber das in dieser Nische enthaltene Gemälde vergl. unten.) 
Sarkophag des Erzbischofes Werner (gest. 1418). Die auf demselben 
ruhende Figur des Erzbischofes hat eine bessere Anordnung des germani- 
schen Styles, als die des Cunom Zwei Engel halten, stehend, an seinem 
Kopfende eine Tafel mit dem Wappen. Diese sind nicht sonderlich. 
Köln. Dom.  Grabmonument des Erzbischofes Friedrich von Sar- 
werden (gest. 1414), in der Marienkapelle. Auf dem Sarkophage die Bronze- 
tigur des Erzbischofes, im vvohlausgebildeten germanischen Style, doch 
etwas massig behandelt, im Gesicht grosse lndividualisirung. (Das Kissen, 
darauf der Kopf der Figur ruhte, und andre Umgebungen derselben feh- 
len, 1841.) Die Wände des Sarkophags mit reich gothischen Nischen, 
darin die Figuren von Engeln mit Wappen und Aposteln _(oder Propheten); 
zwischen ihnen der vor Ohristus-knieende Erzbischof und am Kopfende 
die Darstellung der Verkündigung. (Das Fussende, 1841., gegen die Wand 
vermauert, die Darstellungen der einen Langseite zum Theil in dem auf- 
gehöhten Estrich des Fussbodens steckend.) Diese kleineren Figuren sind 
von höchster künstlerischer Bedeutung. Mit einem sehr zarten Gefühle für 
die körperliche Gestaltung verbindet sich hier die höchste Anmuth und 
Zartheit der Linienführung in den Gewändern. Auch die Köpfe sind äus- 
serst lieblich. Es ist das schönste Erbe des germanischen Elementes, zur 
höchsten Vollendung entwickelt. 
Köln. Dom.  Die Sculpturen des vollendeten (südlichen) Seiten- 
portales der Westseitc. Zu den Seiten des Portales je fünf Nischen für 
Statuen, von denen zur Linken drei, zur Rechten zwei vorhanden sind. 
Es sind Apostel. (Möglich, dass, um die Apostelzahl voll zu machen, noch 
zwei Statuen vor die Portalwände, rechts und links, vortreten sollten.) In 
den Bogenwölbungen, unter reichen Baldachinen, lauter sitzende Gestalten: 
1) Zweimal drei männliche Gestalten, etwa Propheten; 2) rechts die vier 
Evangelisten, links die vier Kirchenlehrer; 3) zweimal fünf Heilige; 4) 
zweimal fünf Engel und Erzväter, Letzteres die beiden Gestalten in der 
Spitze. In demsehr hoch zugespitzten Bogenfelde sind drei Reliefstreifen 
itbereinander, durch reiche architektonische Ornamente getrennt: zu unterst, 
gghr klein, sechs sitzende männliche Gestalten im Prophetencharakter;
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.