Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494474
nvuuul 
Germanischer 
Styl. 
Trier. Liebfrauenkirch e.  Reicher Sculpturenschmuck am 
Hauptportale. Statuen zu den Seiten desselben, von denen drei erhalten 
sind und drei fehlen (eine vierte vorhandene gehört nicht ursprünglich 
hieher und ist später). Im Bogenfelde eine thronende Maria mit; dem 
Kinde. mit Sceneii aus der Jugend Christi zu ihren Seiten in Bezug ste- 
hend; in den Bögen selbst fünf Halbkreise mit andern kleinen Gestalten. 
Zu den Seiten des Portalbogens je drei Statuen von Erzvätern; über dem- 
selben, zu den Seiten des Fensters, die Statuen des Engels Gabriel und 
der Maria, im Momente der Verkündigung. Ganz oben, im Giebel der 
Schauseiie, die kolossalen Gestalten des gekreuzigten Erlösers nebst Maria 
Ignd Jiililannäs i).  Mit] dlem Gebäude gleichzeitig, also aus dem zweiten 
ierte es reize nten a rhunderts. Entschieden im ermanischeii St ile- 
die Linien und Falten streng, die Bewegungen noch unfrgei; aber der eigen: 
thümliche Fluss des Germanischen kündigt sich augenscheinlichst und 
zum Tlieil mit bedeutendem Schönheitssinne an. Namentlich ausgezeichngt 
sind die Statuen des Gabriel und der Maria; auch ihre Gesichter, obgleich 
noch typisch streng, sind doch schon sehr anmuthig. Die leise Kniebe- 
wegung der Maria ist vortrefflich und im Gewande nachempfunden. Die 
Arbeiten sind den Sculpluren germanischen Styles am Bamberger Dome 
nah verwandt. Die kleineren Gestalten, besonders die des Bogenfeldes, 
sind minder bedeutend. Die Kolossalfigureif im _Giebel sind roh, fügen 
sich auch noch auf ungeschickte Weise der Umfassung, sind aber nicht 
späterer Zusatz. (Sie zeigen hierin noch Unerfahrenheit in der Berechnung 
der Maasse.)   
Sculpturen am-Portal der Nordseite. Krönung der Maria (Christus 
Maria und dfßi Engel, 3116 Stehend) imßogenfelde. Zwei Engelreigen iii 
den Halbkreisen der nachsten Bogen, in den übrigen vier Bögen Laub- 
ornamente. Die letzteren sehr zierlich. Die im Bowenfelde enthaitens 
Darstellung ungemein glücklich. Es istauch hier der germanische Styl in] 
seiner ganzen primitiven Strenge, dabei aber ist die Bewegunnr ungemein 
leicht und empfunden, und dies theilt sich auch der Führung daer Gewän- 
der mit. Dies ist durchaus die Meisterarbeit unter den Scul turen der 
Liebfrauenkirche. Wie weit übrigens die Behandlung lebendig-p detaillirt 
wie weit sie etwa noch conventionell sein mag, lässt sich bei der Sei]; 
dicken 'I'ünche. die (1841) darüber lagert, nicht entscheiden. 
Kirche zu Tholey.  Portal auf der Nordseite an die Portaie 
der ebengenaniiten Kirche erinneriid, mit reichem, doch schon sehr wrwit- 
älrtfem Sculpturenschmuck. dm besten erhalten das Bogenfeld mit der 
Stil lerstehung Christi, eine eigenthümliche Darstellung frühgermanischen 
y es. In den Bogenlaufen die klugen und thörichten Jungfrauen u. s. w. 
KlüSiefklYche Zu Sayn.  Hölzernes Epitaphium in der Saki-istei 
ginä kolossale ritterlliche Gestalt, die Hand auf den Kopf eines gekrönten 
inltiä es legend, das 11_r ziir_Seiteusteht._ Arbeit imfrühgermanischen Styl, 
ressant, doch im eigentlich künstlerischen Belang nicht gar bedeutend. 
1) Das Nähere über den Inhalt dieses Bilder-Oyklus s. in dem geisivvllßn 
Aufsatze von Joh. Georg Müllöl: (jetzigem Bischofe von Münster), welcher sich 
im ersten Textheft der Schmidt sehen Baudenkmale von Trier etc. beßndet.
        

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