Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494442
L 
Altchristliehe 
Epoche 
Trier. Im gräflich Kesselstadfsehen Hause.  Sandstein- 
sarkophag mit einer Reliefdarstellung an der Vorderfläehe: Noah mit seiner 
Familie in der Arche, Vögel und mannigfaches Gethier, unten vorn der 
Rabe, drüber die Taube, die dem Noah das Oelblatt bringt; zu den Seiten 
nackte Dekorationsfiguren, Festons windend. Die Arbeit durchaus roh, 
sehlechtrömisch, in der Weise der gewöhnlichen römischehristliehen Sar- 
kQphag-Sculpturen, nur hier im Sandstein noch weniger scharf, Der Ge- 
danke der Darstellung aber für die Zuversicht des jugendlich gläubigen 
Gemüthes der poesievollste Ausdruck. 
Romanischer 
Styl. 
Remagen. Portal am katholischen Pfarrhofe.  Die Pfosten 
des Portals auf ziemlich guter attiseher Basis. Die Ecken abgefalzt, mit 
vortretenden Säulehen, die ebenfalls mit guter attischer Basis (ohne Eck- 
verzierung am unteren Wulste) und mit roh phantastischen Kapitälen ver- 
sehen sind. Die Pfosten und jeder" Keilstein des Portalbogens sind mit 
Relicfdarstellungen versehen; andre Reliefs zu den Seiten der Pfosten. 
Linker Hand neben dem linken Pfosten sieht man, unterwärts: einen 
bärtigen König, scheinbar auf einem Wagen, der von zwei Greifen gc- 
zogen wird (die Greifen bewegen sich nach beiden Seiten, doch erkennt 
man deutlich, dass sie angescbirrt sind); darüber: einen Nackten mit  
Tonsur, in einer Bütte. Am linken Pfosten selbst: ein Krieger in km- 
zem Rock mit Schild und Lanze, auf irgend einer ungethümen Fivur 
stehend. Auf den Keilsteinen des Bogens sind zumeist lauter phantaäi- 
sehe, nixenartige und ähnliche Figuren enthalten. Am rechten Thürpfo- 
sten, oberwärts, ein Drache; darunter ein kurzröckiger Mann auf ginem 
Thiere. Daneben zur Rechten, oberwärts: ein auf  0'"   
Mann, das Horn blasend; nnterwärts ein Mann, der eilrign Jelfgmriftägftl 
Rüeksiehtlich des Inhalts dieser Darstellungen möchte man genejort Sein. 
an Gegenstände der YhCiIliSChen Volkssage zu denken- Manches gemahnt 
an die Siegfriedsage; der tonsurirte Mann in der Bütte akönnte St. Theonest 
Vßleieuen, den die Rheinweinsage in seiner Bütte bei Kaub landen lässt 
In der Ausführung Sind sie durchweg kindisch, roh und unförmlien sie 
eeneinen in der That, auch gemäss der Kostümandeutungen, früh zu jsein. 
1d.  ldem_ ehlätendJahi-hundert anzugehören, dem auch die Architektur des 
or a es n1c W] erspricht, 
Köln. St. Maria auf dem Kapitol.  Die Thür, welche in die 
Absis des nördlichen Querschiiftlügels führt. Eine Reihe hölzerner Haut- 
reliefs, Stark vorspringend, in das Rahmenwerk eingelassen. An jeder 
Thiir drei grosse und zehn kleine Felder (von denen die untersten thcils
        

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