Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494342
246 
Rheinreise, 
1841. 
Zweiter 
Abschnitt. 
Boppard. Karmeliterkirche.  Orgelbühne an der Westseite der 
Kirche, auf leichten Pfeilern, in sehr schöner spätgothischer Architektur. 
Oberwesel. Stiftskirche.  Lettnerzwischcn Chor und Schiff, 
auf acht schlanken Basaltsäulen; höchst ausgezeichnet, in zierlich leichter, 
fast spielender und doch sehr gesetzmässiger dekorativer Architektur. 
Coblenz. St. Castor.  Das Mittelschiff, 1498, mit zierlichem Netz- 
gewölbe überspannt, zum Theil auf Halbsäulen, aus denen die Kehlengurte 
unmittelbar vertreten- 
Coblen z. Liebfraucnkirche.  Das Mittelschiff mit buntem Netz- 
gewölbe aus der Zeit um 1500. 
Coblenz. St. Florin.  Die Orgelbühne zwischen den "Thürmen 
und Seitenschiffen aus dem Anfange des sechzehnten Jahrhunderts. lhr 
Gewölbe mit flachen Kehlcngurten.  
Ravengiesberg.  Reste des Kreuzganges, in später, rundbogig 
gothischer Architektur.  
Bürgerliche Architekturen:  
Andernach ist an solchen besonders ausgezeßrhnet. Dahin gehören 
u, a. das CODlCZIZCT Thor, spitzbogig, mit starken Gliederungen; die Rui- 
nen der erzbischötlichen Pfalz vom Ende des funfzehnten Jahrhunderts, 
mit einem kurzen, äusserst mächtigen Rundthurm und einem viereckigen 
Thurm, beide mit zierlich gothischen Bogenfriesen, der letztere mit zierli- 
chen Erkerthürrncheil geschmückt; und der schöne, unten runde, oben 
achteckige Mauerthurm am untern Ende der Stadt, aus dem Anfange des 
sechzehnten Jahrhunderts. 
In Coblenz sind vornehmlich anznführen: die Vorhalle des ehemals 
Leyenschen Hofes, auf drei achteckigen Säulen, von denen ein zierlicbes 
Netzgewölbe getragen wird, aus dem Anfange des sechzehnten Jahrhun- 
derts; und das Schölfengerichtsltaus vom J. 1530. Das letztere hat im 
Erdgeschoss einen Saal mit tlachbogigem zierlich buntem Sterngcwölbe 
und daran anstossend, nach der Moselseite zu, einen Erker von zicrlichst 
geschmackvoller Anwendung der gothischen Dekorationsformen. 
Auderweit vorkommende Anlagen, besonders auch Reste alter Befe- 
mal zwei achteckige Pfeiler. Sehr zierliches Netzgewölbe; die Gurte mehr oder 
weniger consolenartig getragen. Fensterstabwerk bunt geschweift. Durchgehend 
Kehlenproüle. Keine Streben, weder nach aussen, noch nach innen. 
Treis. Gleich hohe Schiffe mit Rundpfeilern. 
Kempenich. Einfach. Drei achteckige Pfeiler, die Mitte der Kirche ent- 
'lang. Netzgewölbe. 
Merl. (Ahgerissene Kirche.) Klein. Ein achteckiger- Pfeiler in der Mitte. 
Sehr zierlich rßiChßS Nßtlgevvölbß, dessen Gurte sich aus dem Pfeiler lösen. 
Traben. Klein. Ein Rundpfeiler in der Mitte. 
Uelmen. Klein. Ein Rundpfeiler in der Mitte. Kreuzgewölbe. Chor 
geradlinig geschlossen. 
Ediger. Klein. Zwßillundpfeiler, aus denen sich ganz zierlich die Gurte 
des Netzgewölbes lösen. 
Kelberg. Zwei Rundpfeiler, die Mitte der Kirche entlang. Unregelmässige 
Seitenschiße , vielleicht angebaut. 
Wßlldßfßth- Das Schiff von den Seitenschiifen durch rohe Pfeiler und 
Bögen geschiedßll- 1m Schiff, in der Längenarhse, zwei Rundpfeiler, aus denen. 
immer noch ganz hübsch, die Kehlengurte frei heraustreten. (Der Thurrn noch 
mit alten rundboglgen Arkadenfenstern.)
        

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