Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494328
244 
Rheinreise, 
1841. 
Zweiter 
Abschnitt. 
hältnissen. Weite, gleich hohe Schiife; einfache Rundsäulen in leichten 
Abständen. Die Basis der Säulen Sehr einfach: der etWHS Verstärkte 
Cylinder mit einem schlichten Ansatzgesims. Die Gewölbgurte lösen sich 
frei aus den Säulen. Die Gurtprotile kehlenartig, doch mit in die Kehlen 
 k l  eingelegte; Räindstäben (Rh.  in breiterer än- 
'   "-471"  , ordnung ei en Schwibböven schmaler bei en 
 andern Gurten. Der Chor öin der Breite des Mit- 
 telschiifs; einfache Rundsäulchen als Gurtträger an 
"  seinen Wänden. Die Fenster oberwärts mit in 
"m" später Weise buntgeschweiftem Stabwerk, von 
nüchterner Proiilirung. Das Aeussere einfach; die Streben mit einer ge- 
wissen schlicht entwickelten Dachbildung.  Die ganze Anlage etwa der 
Kirche von St. Wendel vergleichbar, doch bei Weitem nicht so edel 1). 
Kirche zu Sobernheim.  Gleich hohe Schiffe von etwas gedrück- 
tem Verhältniss. Die Pfeiler sind achteckig; die Schwibbögen und die 
Gurte des Kreuzgcwölbes, in später Kehlenform, gehen aus ihnen unmittel- 
bar und4 ohne sonderliche Berücksichtigung der Ecken und Kanten hervor. 
Die Fenster in später Stabverschlingung. Zierlich dekorirtes Portal auf 
der Nordseite. Der Chor klein und niedrig; seine Fenster im Aeusseren 
noch etwas mehr gegliedert als die übrigen. Ein Thurm vor der Mitte der 
Westseite, mit steinerner durchbrochener Brüstung und steinerner acht- 
eckiger Spitze. 
Simmern. Pfarrkirche.  Wenig ansprechendes Gebäude. Drei 
gleich hohe Schilie; rohe achteckige Pfeiler, ohne YVeiteres in die drei- 
tlächigen Schwibbögen übergehend. Sterngeurölbe, auf Consolen aufsetzend. 
Die Fenster ebenfalls in ganz später Form, doch das Stabwerk nach oben 
zum Theil reich verschlungen. Die Strebepfeiler nach innen gewandt, 
gleichwohl im Aeusseren mit der Andeutung ihrer selbständigen Archi- 
tektur.  Chor in der Breite des Mittelschiifes, in demselben Style; 
durch eine Mauer von dem Schiife abgetrennt und (1841) dem Verfalle 
preisgegeben.   
Kirche zu Gemünden (auf dem Hundsrück).  Unbedeutend und 
spät, auch der Chor. doch in dessen Anlage noch ein lebendiges architek- 
tonisches Gefühl. 
Oberwesel. Stiftskirche.  Im Ganzen gross und geräumig, aber 
nicht bedeutend; die Architektur des Inneren von roh construktions- 
mässiger Anlage und Durchbildnng. Hohes Mittelschiff, niedrige Seiten- 
schiffe. Die Strebepfeiler der Seitenschiife stehen nach innen; auch die, 
eigentlich sechsseitigen Pfeiler des Mittelsohiiiies sind an ihrer Vordertläche 
mit strebepfeilerartigen Verstärkungen versehen, die sich Oberwärts zusam- 
menwölbßny liefe Nische" bildelld, in denen die Fenster des Mittelschiiies 
   liegen (Rh.  Die zwei Seiten- 
   tlächendder Pfeileä sind statt dler go- 
    en 1e erun an nens cen en 
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Mäßig,  der Fenster ist bunt. Ein Portal am 
m'a" südlichen Seitenschiii" ist ziemlich 
i) Von ähhlicher Anlage auch die unfern, im Hessen-Homburgischen belegene 
Kirche v0Il_M61S_ßn.he1m, die ausserdem durch den. auf der Westseite vertreten- 
den, mit eluem zlerhch durchbrochenem Helme versehenen Thurm ausgezeichnet ist.
        

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