Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494221
234 
Rheinreise, 
1841. 
Absch 
Zweiter 
Fensterstabwerk im Aeussern, auch am Chor, ohne Säule. Am Chor sind 
ganz schlicht emporgeführte Strebethürme und entsprechende Strebebögcn 
angeordnet. Sonst treten diese Bögen nur noch an den Giebelfacaden vor, 
gewissermaassen als dätelbezeichnungen für das ganze Bausystern (ähnlich, 
wie mehrfach besonders an Gebäuden der spanischen Halbinsel). Statt 
ihrer erscheinen im Uebrigcn, am Langschiff, nur ganz untergeordnete 
Strebemauern.  Der Eindruck des Innern ist sehr schön, der des Aeus- 
sern wenigstens würdig. (Der Südliche Flügel des Querschitis nebst denn 
zunächst anstossenrlen Theile des Chores, sowie das ganze Gewölbe an 
Chor und Querschiif werden. nach der in neuerer Zeit erfolgten Beschädi- 
gung der Kirche durch Brand, trefflich erneut.) 
Ahrweiler. Stadtkirclie.  Kirche von drei gleich hohen Schif- 
fen mit schlichten Rundpfcilern, ohne Querschitf, aber mit drei Chören. 
von denen die (fünfseitigen) Chöre der Seitenschide in schräger Richtung 
über die Flucht der Seitenrnauern vertreten. Uebei- der Mitte der Westseite 
ein Thurrn.  Im Innern sind steinerne Emporen über der Mitte der WVestseitc 
und dem grösseren 'l'heil der Seitenschiiie angeordnet. Die Anlage der- 
selben ist jedoch erheblich später als der ursprüngliche Bau der Kirche. 
Dies ergiebt sich theils daraus, wie sie die Pfeiler- und Halbpfeilerformen 
theils geradehin verbauen, thcils aus der nicht durchweg reinen Weise des 
Ansatzes, thcils aus der (lurchaus flachen und rohen Proiilirung ihrer Bögen 
und Gurte , die von den entsprechenden Protilirungen des übrigen Gebäu- 
des wesentlich verschieden ist.  Die Kirche selbst hat, schon in ihrer 
ursprünglichen Form, etwas kurze und gedrückte Verhältnisse, was bei den 
starken "fhurmpfeilern besonders auffallend ist. (Die Pfeiler sind kaum 
höher, als die sie verbindenden Bögen, welche letztere sehr überhöht, mit 
senkrecht aufsteigenden Schenkeln, gebildet sind.) Die Uhorpartie ist in 
der Anlage zwar reich, das Ilinaustreten der Seitenchöre doch eine etwas 
willkührliche Disposition, die auch nicht einen ganz reinen Etfekt hervor- 
bringt. Man erkennt dabei im Uebrigen den Charakter der früheren gothi- 
sehen Entwiclrelungszeit, besonders am Fussgesims der Pfeiler und noch 
entschiedener an den Kapitälen mit ihren sparsamen, im Detail aber voll- 
gebildeteu Blättern. Die Kreuzgurte haben das reinste und edelste Profil; 
die Schwibbögen und Quergurte sind einfacher prolilirt, rnit Ecken und 
Kehlen, doch noch in breiten und stark gerundeten Formen. In (im Chor- 
partie, namentlich im Hauptchor, erscheint ausgebildeter gothischer Styl: 
so an den Gurtträgern, so an den feinen Säulchen mit Kapitäl und Bogen, 
welche an den Fenstereinfassungcn befindlich. Das Stabwerk der Fenster 
ist einfach gesetzniässig, ohne Säulchcn, angeordnet.  lin Aeussern er- 
scheint es als ursprünglich, dass die Oberfenster der seitenschiife dem 
Raume über den im Innern befindlichen Emporen entsprechen. Doch las- 
sen sich dafür vielleicht besondere Gründe auffinden, z. B. dass unter den 
zweiten Fenstern vom Thurme. ab (vermauerte) Portale angeordnet sind; 
An der Südseite findet zugleich eine besondere Verstärkung der Mauer 
Slall- Das Portal ist hie!" Zleflicll gegliedert, noch im besten gothischen 
Styl. Sonst ist das Aeussere Sehr einfach. Der achtcckige Thurm über 
rler WVcstseitc, mit seinen Lissenen, zierlichen Fensterproiilen und zierlichen 
tiiebeln, entspricht, wenn iin Uebrigeu auch einfach, dem ausgebildeten 
Sryle des vierzehnten Jahrhunderts 1). 
Stadtki- 
 Beitl 
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zu Ahrweiler 
zur teutschen 
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Kunst 
die Darstellungen: 
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