Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494143
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Rhein 
nreise, 
1841. 
Zwvitßr Abschn 
Kirche zu Klausen. 
Stramberg, das Moselthal, 
 Spätgothisch; der Chor 1474 geweiht. 
378). Nur ei n, mit dem Mittelschiff gleich 
Gegend mehrfach, schon von der Kirche von Tholey ab, eine Behandlung der 
gothischen Bauformen wahrnehmen, die. mit einer Reducirung der Profile der 
Gliederungen oft auf das einfachste Maass sich begnügend, schon zeitig zu der- 
jenigen Bildnngsweise gelangt, die Wir sonst als zu den spätgothischen Eigen- 
thüinlichkeiten gehörig bezeichnen müssen, so stimmen hier auch die inneren 
stylistischen Gründe ganz wohl mit jenem äusseren Ergebniss zusammen. Der 
Fall bleibt aber doch sehr merkwürdig und beachtenswerth. Ich halte es daher 
nicht für überflüssig, im Folgenden einen älteren Aufsatz mit einer sorgfäitigen 
historischen Untersuchung über die Verhältnisse dieser Kirche. der mir freund- 
lichst im Manuseript zugestellt wurde und meines Wissens nicht gedruckt ist, 
mitzntheilen.  
über die 
"Bemerkungen 
welcher 
Wende! 
rrkirclle erh 
wurde: 
„Die St. Wendeler Pfarrkirche darf ihrer Grösse und gothischen Bauart 
wegen wohl unter die schönsten Pfarrkirchen des Regierungsbezirkes Trier. viel- 
leicht. auch des Trierischeu Bisthums gezählt werden, wenn man nämlich darunter 
jene gottesdienstlichen Gebäude begreift, welche in den friihern oder spätern 
Jahrhunderten bloss als Pfarrkirchen gebaut werden sind; denn die Kirchen der 
aufgehobenen geistlichen Stifter und Klöster, welche seit dem Concordat v. J. 1801 
durch die französische Regierung den Pfarreien zum Gebrauch übergeben werden 
sind, wie z. B. die alte Klosterkirche in Tholei, jene zu Mathias bei Trier etc. 
gehören nicht in diese Kategorie. 
"Ich kenne noch zur Zeit keine Urkunde, noch eine andere Schrift, woraus 
das Jahrhundert des Baues der St. Wendeler Pfarrkirche mit Gewissheit angege- 
ben werden könne; künftig vielleicht bietet sich Gelegenheit. diesen Zeitpunkt mit 
Bestimmtheit ermitteln zu können. Dass sich nämlich unter den alten Kirchen- 
papieren geschriebene Nachrichten über die Epochen betinden, in denen der Bau 
angefangen und vollendet werden, darf ich aus demjenigen glauben, was der 
ehemalige gelehrte Pastor Oastello (vom 24. Juni 1792 bis 15. März 1814 Pastor 
in St. Wandel) und nacbheriger Domdechant zu Trier mir nicht nur öfter gesagt, 
sondern auch am Dedicationsfest der Kirche einigemal in der Predigt vorgebracht 
hat, nämlich es sei die St. Wendeler Pfarrkirche i. J. 1320 zu bauen angefangen 
und i. J. 1360 vollendet gewesen und eingeweiht werden. 
"Das angegebene Anfangsjahr des Baues ist mir zwar immer etwas aufal- 
lend erschienen, weil die Grafen von Saarbrück, welche die Herrschaft St. Wendel 
i. J. 1320 besessen haben, sich derselben nicht viel angenommen, und diese 
Herrschaft daher auch schon i. J. 1327 an den Erzbischof Balduin von Trier 
verkauft habenga) allein der selige Pastor Castello war als ein Mann bekannt, 
der eine solche Angabe über das Anfangsjahr und den Zeitraum des Kirchen- 
baues ohne genügende Gründe gewiss nicht gethan hätte. 
"Der Trierische Geschichtschreiber Brower sagt zwar, dass unter dem Erz- 
bischof Boemund lI. die Kirche gebauet und i.J. 1360 selbige eingeweiht worden 
wären") allein da der Erzbischof Boemund erst i. J. 1354 zur Regierung gekom- 
a) Der Graf Simon IV von Sarbrück, Herr zu Commercy, scheint die Burg 
und Grafschaft St. Wandel, zur Entschädigung seines Verlustes in der Fehde. 
welche über die Erbschaft der Grafschaft Bliescastel im J. 1275 zwischen dem 
Bischof von Metz und dem Herzog Friedrich III. von Lothringen ausgebrochen 
war, und in welcher dieser Graf ein Bundesgenosse des Herzogs gewesen, im 
Anfange der 1280er Jahre erhalten zu haben. wobei sich der Herzog aber das 
OeITnungs-Recht in der Burg St. Wende! ausdrücklich vorbehalten hat.  b) Brn-  
weri annal. Trßvir. Tom II, p. 232.
        

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