Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494113
Studien an Rhein und Mosel. 2. Germanischer Baustyl. Trier etc. 223 
Schaftring hebt diesen Eindruck nicht auf; zugleich sind ihre Kapitäle bei 
solchem Verhältniss des Schaftes zu flach, die feinen attischexi Basen wie 
in sich zusammengepresst u. s. w. 
Abteikirche zu Echternach.  Die Ueberwölbung der Kirche 
und die gesammte Fenster-Architektur frühgermanisch. Die Gurte des Ge- 
wölbes im Mittelschiff auf Consolen aufsetzend. Die Fenster-Architektur. 
mit den Säulchcn innen am Stabwerk, ungemein anmuthig. Am Aeussereu 
der Fenster erscheinen statt dessen einfache Schmiegen. 
Kirche zu Tholey.  Ein ziemlich rohes frühgothisches Gebäude. 
Hohes Mittelschiff. niedrige Seitenschilfe; kein Querschiff; aber die Seiten- 
schiffe wie das Mittelschiff mit besonderem polygonem Schluss. Ein Thurm 
über der Mitte der Westseite.  Rundpfeiler mit je vier stark heraustre- 
tenden Halbsäulen als Gurtträgern. Die Kapitäle bestehen nur aus starken 
Gesimsen, ohne Blätterschmuck (dergleichen nur an den stärkeren Pfeilern, 
die den Thurm tragen). Die Kreuzgurte der Seitenschiffe setzen consolen- 
artig auf. Die Quer- und Kreuzgurte des Mittelschiffes ruhen gemein- 
schaftlich auf dem Gurtträger, der, das Kapitälgesims durchschneidend, an 
der Wand emporläuft. Die Schiffbögen sind roh, in einfach dreiseitigen- 
Laibung, proülirt (Rh.  die Gurte des Gewölbes im birnenförmigen 
V  m7? Profil.  Die drei Fenster im Chorschluss des Mittelschiffes 
ggf  (denen das Stabwerk fehlt) haben die ganze Höhe der Kirche. 
 Das mittelste Von diesen ist im Styl der Fenster der Elisa- 
bethkirche zu Marburg gebildet (mit Säulchen); im Aeusseren 
hat dasselbe schon einen, zwar noch nicht spitzen Giebel mit Blätterwerk. 
Die Umfassung der beiden Seitenfenster ist viel einfacher, mit flachge- 
kehlter Schmiege, profilirt; im Aeusseren haben diese die vorspringende 
Ueberwölbung, doch in einfachster Art, die an der Elisabethkirche statt 
des Giebels erscheint. Die Fenster in den Chorschlüssen der Seitenschiiie 
haben ganz den Styl derer der Elisabethkirche. Die übrigen Fenster mit 
einfachst profilirtem Stabwerk (an der Südseite manches Späthgothische). 
Die Oberfenster des Mittelschiffes zunächst am Chorschluss im Hauptboven 
noch halbrund, auf der Südseite (R11. 38.) mit besonders einfacher Anozid- 
nung, auf der Nordseite etwas reicher. Die westlichen Ober- 
 fenster schmal spitzbogig.  In das nördliche Seitenschiif führt 
wxilm! eine, noch im Rundbogen überwölbte Thür mit reichem, doch 
 l.l  schon sehr verwitterte-m Sculpturenschmuck. Das Ganze, und 
am namentlich das Ornamentistische, etwa an die Portale der Lieb- 
frauenkirche zu Trier crinnernd. In dem Hauptrundbogen desselben scheint 
übrigens schon eine leise Neigung zur Spitze vorhanden. 
Kirche zu St. Arnual.  Chor und Querschiff frühgothisch. An 
den Ecken der mittleren Vierung des Querschiifes stehen Dreiviertel-Rund- 
Säulen, im Style der Marburger Elisabethkirche. Die drei Scheidbögcn 
Über diesem Raume. nach dem Chor und den Kreuzflügeln zu (Rh.  
    haben n0ch_ eine flüssige 
-j  ßi-ßa-h. f fjfff  Gliederung 1m früh othr- 
 Ö  scheu Charakter; der äierte 
f"  f  c , Scheidbogen, nach dem 
' .5 I Schilie zu  hat das 
" " ' roh eckige Profilnnitgekehl- 
ten Schmiegexi. (ln der Weise des letzteren auch die aus dem QuerSChiff in 
die Seitcnschiffe führenden Bögen.)  DerOhor fünfseitig geschlossen; früh-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.