Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1494066
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neinreise, 
184i. 
Zweiter Abschn 
 Zwischenfelrl, zwischen Absis und 
 9 377" "f H2"  tierschilf, mit derselben Wanddeko- 
Al yxf [ß i-htion, nurunterwärts keine Nischen. 
 f,  , ß Das Gewölbe, völlig spitzbogig, doch 
f  f f ß noch mitromanischerProlilirung, der 
   ä]! Hauptschwibbogen nach dem Quer- 
schiff (Rh. 34.) mit reicher Profili- 
 Ö,  rung, aus Platten, Rundstäben und 
Einkehlungen bestehend. Das Ge- 
wölbe der Hauptabsis. wie die jener Seitenabsiden, in einer Fächerform. 
 Im Aeusseren starke Pilaster auf den Ecken des Chorschlusses, nach 
den Linien derselben ebenfalls eckig gebrochen. 
K (Rh. 35.) In der Breite ihrer Ausladung wöl- 
 ben sie sich spitzbogig über die spitzbogigei; 
Fenster. Unter den Fenstern ein spitzbogiger 
 77m5, MFries. Ueber ihnen ein rundbogigei- Arkaden- 
Umgzmg; darüber Giebel mit gebrochen rund- 
bogigen Fenstern.  Das Zwischenfelrl reicher, die Fenster zierlich mit 
Säulchen eingefasst und ein spitzbogiger Arkaden-Umgang. Hier keine 
Giebel. 
Kirche zu Ravengiersburg.  Sehr malerisch gelegen. Der 
Thurmbau (die beiden Thürme an der Westseite und der Zwischenbau) 
spätromanisch. mit Spitzbögen. Der Eindruck im Allgemeinen dem der 
Kirche zu Limburg an der Lahn sehr ähnlich, doch das Ganze massiger; 
roher Bruchsteinbail, wobei nur Gesimse und sonstige Details aus Haustein; 
mehr barocke Phantasterei. Die verschiedenen Geschosse des Aeussern:  
1) Einfaches Erdgeschoss; grosses einfaches Portal, Ylllldbogiger Frics und 
Consolengesims, wobei  an den kleinen Consolen der Rundbögen und an 
den grossen des Frieses  doch schon sehr fein romanische Profilirung.  
2) Im Zwischenbau "und in jedem Thurme ein kurzes dickprolilirtes Rund- 
fenster. Darüber an den Thürmen je drei grosse, breite, von langen Blät- 
terconsolen getragene Spitzbögen, mit Kugel- oder Blätterzierden im Bo- 
gen. Ueber dem Fenster des Mittelbaues dagegen eine Nische mit einem 
roh byzantinischen Christus in der Mandorla, und über dieser eine Arkade 
mit verschiedenartigen Säulen barock romanischer Art 
und mit schweren Zackenbögen (Rh.   3) Erstes 
 freies Thurmgeschoss. Blinde Arkaden, am südlichen 
j  Thurm rundbogig, am nördlichen spitzbogig  4) R61- 
aßs chere Säulenfcnster. 1m südlichen Thurm einfach rund- 
bogig, im nördlichen mit gebrochenen Bögen.  5) In 
den"Giebeln je zwei Arkaden übereinander.  Die architektonischen Glie- 
derungen haben meist etwas Dickes und Schweres. Sie sind meist reich 
verziert, aber auch mit dickem, zum Theil eigen schwülstigem Ornament. 
Im Allgemeinen ein wüstes Gefühl und nicht viel Verstand.  Im zweiten 
Geschoss der Thürme, ganz durch sie und den Zwischenbau hinlaufend, 
eine Kapelle, einfach, in ausgebildet romanischer Architektur. Die Glie- 
derungen zum Theil schwer, zum Theil sehr geschmackvoll. In der Mitte, 
gen Osten (also nach dem Schilf zu) der Ansatz einer, nachmals veränder- 
(gn Nische.  Die Kirche selbst roh und ganz unbedeutend spätgothisch, 
einsrhiilig, mit flacher Decke. Der Unterbau des Chorschlusses scheint aber 
"geh das alte Ilalbrund zu enthalten.
        

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