Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1493944
206 
Rheinraise, 
1841. 
Abschnitt. 
Zweiter 
a 
Besonders einfache Formen des Ucbergangsstyles in vereinzelten Bei- 
spielen:   
Kirche zu Euskirchen.  Im Schiff höchst massige viereckige 
Pfeiler mit I-lalhkreisbögen. Spitzer Schwibbogen vor dem Chor. (Der 
Chor einfach, rein gothisch. Seitenschiffe und Gewölbe des Mittelschiffes 
spätgothisch.) Thurm über der Mitte der Westseite; sein Inneres mit dem 
Mittelschiii" durch einen grossen Halbkreisbogen verbunden. Das südliche 
Seitenschüf neben ihm vorgeführt und mit seinem Inneren durch einen 
breiten romanischen Spitzbogen in Verbindung. Der Thurm oberwärts mit 
Lissenen und gothischen Rundbogenfriesen. 
Kirche zu Adena u.  Die Architektur unbedeutend und verwor- 
ren. Vor dem Chor alte romanische Spitzbögen, auf der Nordseite kleiner. 
als auf der Südseite. Darüber ein niedriger achteekiger Thurm (eigentlich 
viereckig, mit abgeschnittenen Ecken), mit schweren rundbogigeu Arkaden 
auf den breiteren Seiten. An der Westseite ein ganz einfaches, doch hüb- 
sches rundbogiges Portal (mit lustig buntem altem Thürbeschlag). An der 
Westseite auch im Innern ein Paar alte Rundbögcn. die aber mit jenen 
Spitzbögen nicht correspondiren. Das Schiff zwischen diesen Theilen mit 
Rundpfeilcrn und starken, schweren Spitbögen, was spätgothisch zu sein 
scheint, wie es das niedrige Gewölbe mit seinen Kehlengtrrten ist. Der 
Chor hoch, den Thurm im Aeussern fast vcrdeckend, gerade abschliessend, 
einfach im ausgebildeten gothischen Styl.    
Kirche zu Meckenheim.  Nur ein Seitenschitf, auf der Süd- 
seite. Zwei viel-eckige Pfeiler mit breiten, starken Spitzbögen. Der Bogen 
zum Chor ebenso. Der Chor selbst, durch spitzbogige Wandnischen an 
den Seiten, von ansprechender Einrichtung. Ein einfach viereckiger Thurm 
auf der Westseite, mit spitzbogigem Durchgang zur Kirche, oberwärts mit 
einfach breiten spitzbogigen Fenstern. Die Gewölbe im Schitf spätg-othisch. 
Kirche zu Dcutz.  Viereckige Pfeiler mit schwe- 
W ren romanischen Spitzbögen. l)as Deckgesims der Pfeiler 
' 7  ' (Rh. 14.) in sehr alterthumlicher Form, mit weitausladen- 
X f dem Karnies. Querhogen. zwischen Schiü und Chor als 
 ronianisches Bogenband. Sonst Vieles in spätest gothischer 
f; Zeit roh Eerandert. Gewölbe, Fenster, Chorbau aus dieser 
späteren eit. 
Köln._ St. Colaumba.  Ursprüngliche Anlage von grosser Eigen- 
thümlichkelt.  Der Thurm auf der Westseite über mächtig starken Spitze 
bogen; seine innertiHallenuach allen Seiten, auch nach dem kleinen Vor- 
hau auf der NVestseite, geottnet und mit dem inneren Kirchenraume in Ver- 
bindung: Im Sclllll Pfßllßf V09 massiger Breite und auffallend geringer 
Stärke, m bedßlltßnden Abständen voneinander und durch mächtige Rund- 
bögen verbunden. _D1e Pfeilerecken ausgekehlt. in die Bogenecken Rund- 
stäbe eingelassemB im Deckgesims ein stark vorspringendes Karnies. (Um- 
fassende spätere auveränderungen.)  
Detailbildunlgen spätromanischen Styles in vereinzelten, vorzüglich 
schönen Beispie en: 
Zu Altßllberg bei Köln, von den abgerissenen Klostergebäilrlen, eine 
grosse Anzahl von Kapitälen, Basen, Schaftringen, Consolen. Hier Glie- 
ohne Deckei dernOhor dreiseitig geschlossen. Das, 
Spitlboge" "bßnvßlbte Portal der Westsßite hat das 
gleichfalls im romanischen 
Datum: MCGXLIII.
        

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