Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1493907
202 
Rheinreise, 
Z weiter 
Abschnitt. 
höherer Dimension anschliessen. Diese Bauveränderung scheint noch völlig 
demselben St 'le zu entsprechen. 
Abteikirche zu Heisterbach (am Siebengebirge).  Von dieser, 
120? bis 1233 gebauten Kirche steht noch, als höchst Ärnalerische Ruine, 
der Bau der Chor-Absis. Es ist ein höcht elegantes Beispiel spätroinani- 
scher, vorzüglich raffinirter Architektur, wiederum auf der Grundlage des 
bei der Kapitolskirche und bei St. Martin zu Köln befolgten Systems. Ein 
Säulenkranz von sehr leichten und zierlichen Verhältnissen trennt die 
eigentliche Absis von einem um dieselbe herunllaufexiden Umgange. Die 
Säulen sind doppelt, nach der Tiefe zu. Die vorderen Säulen stehen auf 
einer Brüstungsmauer; die hinteren auf andern Säulen von der Höhe die- 
ser Mauer. Sie sind durch Spitzbögen verbunden, ihre Kapitale aber schon 
in einer entartet flauen Weise des romanischen Stylcs behandelt. Ueber 
diesem Arkadenkranz, zu den Seiten der Fenster des Oberbaues, steht wie- 
delrum ein Halbkreis] von schlankendSäulen , welche durch Rundbögen mit 
se 11' verlängerten Sc enkeln verbun en sind. Die starke Wand des um die 
Absis nmherlaufenden Umgangcs wird durch tiefe Nischen ausgefüllt. Ueber 
den letzteren sind kleine Wandarkaden angeordnet. deren Säulchen, wo 
die Quergurte des Gewölbes des Umganges aufstossen, gedoppelt sind. 
Ueber diesen Qucrgurten erheben sich, gegen den Oberbau hin, einfache 
Strebebügen, die auswärts fast gänzlich als schräge Strebemauern erschei- 
"nen. Den ebengenannten kleinen Wandarkaden völlig entsprechend sind 
ähnliche auch am Aeusseren des Umganges vorhanden. 
Köln St. Kunibert.  Geweiht 1248. Kirche von durchgebiltle- 
ter Gewölbe-Anlage, mit einem schmalen Querschiil auf der Ostseite, über 
dessen Flügeln sich Thürme erheben; ein grosses Querschiil auf der West- 
scite, über dessen Mitte ein (neuerlich eingestürztcr) Thurm. Entwicke- 
lung des Uebergangsstyles auf einfach romanischer Grundlage. Die Arka- 
den des Schiffes "noch rundbogig; die Pfeiler wechselnd stärker und schwä- 
cher, die letzteren übertrieben schmal und schlank; die Bögen von 
  an emessener Weite. Das Käm feryesims Rh l2.)in vereinfachter 
 Wäederholung der Form des Zwölften Jahrhunderts. Das Fuss- 
 Vgesims in derselben Form, nur umgekehrt. Ueber den Arkaden, 
 im Mittelschiff, eine rundbogige"Wandgallerie auf Säulen, von 
ß; gutem Verhrältniss. An den Vorderseiten der breiteren Pfeiler- 
Pilaster und Ecksäulen (die letzteren erst in einer gewissen 
Höhe eingeblcndctl als Träger der Gurte des Ilairptgewölbes. An den 
ltückseiten der Pfeiler und entsprechend an den Wänden der seitenschin'c_ 
schmale Pilaster als (dllrltllägßf. Die Gewölbe der Seitenschiffe noch we- 
sentlich rund, doch die Stn-nbögen über den Fenstern elliptisch überhöht; 
die Krenzgnrte alsuwulste, die Schlusssteine als hcrabhängende laugelartigr: 
Blumen. Im Gevvolbe des Mittelschitfs dle Quergurtbäntler spitzbogig, die 
Snrflilgurge (uämgälstipygül) (ilböllsß, die Kreuzgurte im Profil bereits bir- 
llßn Örmlg- 416 ä er apitä e der Säulen in einfach s äten Formen. Die 
Fenster des Mittelschilles weit romaniseh, die der Seitdnschiffe (innerhalb 
ilaChßT hvandlllsfillell) als achtblättrige Rosen.  Im Chor und dem östli- 
chßfl Qllßfsßhlif ist der romanische Halbkreisbogen nach aussen zwar eben- 
falls noch vorherrschend, imlnneren aber tritt der Spitzbogen noch bedeu- 
tender hlllzu- SQPQSOIIÖGYS bei den reichen Säulcnarkaden, welche die 
Absis im lnlißrfl, 111 Zwei Reihen über einander, umgeben und von denen 
die oberen Spltzbögeil in das l-lzilbkuppelgcwölbe der (im Grundriss noch
        

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