Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1493776
und 
Rhein 
Studien an 
Mosel. 
Roman. 
Architektur. 
K öln 
etc. 
189 
gliedert ist; die inneren [Teberwölbungen des Kreuzganges dagegen im 
Spitzbogen, dessen Gurte zum Theil schon in das gothische Birnenpmlil 
übergehen. 
Dom-Kreuzgang zu Trier.  Das von dem vorigen Gesagte gih 
ebenso auch von diesem Gebäude. Im Einzelnen tritt hier das germanische 
Element noch entschiedener hervor, so dass dieser Kreuzgang in einer 
Weise die Mitte zwischen romanischem und germanischem Style hält, wie 
es anderweit sehr selten vorkommen dürfte. Er gehört ohne Zweifel der- 
selben Bauperiode an, in der zu seiner Seite (im J. 1227) der Bau der 
Liebfrauenkirche begonnen ward. Dies ist aber, seinem Style nach, schon 
ein charakteristisch germanischer Bau. (Vergl. unten.) 
Köln 
und 
Umgegend. 
Köln. St. Pantaleon. Aelteste Theile.  Die Kirche gehört 
ursprünglich dem zehnten Jahrhundert an; sie wurde 980 geweiht. Aus 
dieser Zeit, wie es scheint, rührt der Unterbau des in der Mitte der West- 
seite stehenden Thurmes mit seinen zweigesehossigen Anbauten gen Nor- 
den und Süden her. Dass dieser Bautheil älter als der, zwar ebenfalls 
noch romanische Hauptbau der Kirche, geht schon daraus hervor. dass die 
Breite der Thurmhallen um mehrere Fuss geringer ist, als die Breite des 
Mittelsehiifes.  Die Thurmhalle stand mit den Ober- und Untergeschos- 
sen jener Anbauten durch ursprünglich offene Arkaden, von einem frei- 
stehenden Pfeiler und zwei Rundbögen gebildet, in Verbindung. Das 
Deekgesims der Pfeiler (Rh. 1.) ist durch ein hohes Karnies 
[X7474 ausgezeichnet i). Eine ähnliche Arkade, aber mit zwei Pfei- 
gyßß, lern, ist am Obergeschoss der Westseite, über dem Portal vor- 
 M, handen; auch sie scheint ursprünglich (man erkennt sie noch 
.141. auf der Aussenseite) offen gewesen zu sein. Nachmals sind 
w" sämmtliche Arkaden vermauert. Nach der Ostseite, gegen das 
Kirchenschiff hin, wird die Thurmhalle durch einen grossen und 
hohen halbrunden Sehwibbogen begrenzt. (Unter diesem ist später, vermuth- 
lieh um ihn für das Tragen des Thurmes zu verstärken, ein niedrigerer Spitz- 
bogen, entschieden im Charakter des romanischen Uebergangsstyles, einge- 
wölbt worden.) Die Pfeiler und Bögen der ursprünglichen Anlage sind aus 
weissen und rothen Sandsteinen zusammengesetzt, nach jenem, schon bei 
den altromanischen Monumenten von Trier besprochenen Geschmack. 
Einige der hiezu verwandten rothen Sandsteine sind mit Ornamenten ver- 
sehen, einem flach erhabenen, ziemlich feinen Linienspiel, in Compositien 
und Behandlung ungefähr dem Ornament der fränkischen Grabsteine (von 
41611611 lllllelll Vergleichbar. Auf dem einen Stein sind es rautenförmige, 
auf dem andern kreisförmige und" eckige Verzierungen. Augenscheinlich 
1) Die Anwendung des Karniesprotiles, auf Tradition aus der antiken Archi- 
tektur beruhend, ist im Allgemeinen bezeichnend für die Epoche des frührome- 
IIlSOhEU Styles. Die spätere mehr prineipmässige Ausbildung des Gewölbebanes 
und die Ausbildung der Glieder nach diesem Pyingip führte sodann vorherr- 
schend zu andern Formen.
        

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