Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1493742
186 
Rheinreisß, 
1841. 
Zweiter Abschnitt. 
Composition der attischen Säulenbasis entspricht. Grosse Krypta, deren 
ältere Säulen ähnlich, doch stumpfer gegliederte Basen haben; statt der 
Kapitäle eine Zusammensetzung von architektonischen Gliedern, ebenfalls 
nach einem Prineip solcher Art. Das Mittelschiff im Aeusseren mit ge- 
raden geschmückten Gesimsen, die von Consolen getragen werden; das 
Querschiff mit Rundbogenfriesen, dessen kleine Bögen in verschiedener 
Weise durch grössere Bögen zusammengefasst werden.  Später bedeu- 
tende Bauveränderungen. 
Trier. Das Neuthor.  Aus weissen und rothen Sandsteinquadern 
gebaut, wiederum jenem alterthümlichen Farbenspiel entsprechend. Die 
Thoröffnung sehr einfach im Halbkreisbogen. Scheitrecht gewölbter Sturz. 
Nach Angabe der Trieüschen Topographen vom Ende des zwölften Jahr- 
hunderts.  Grosses Relief im Bogenfelde (vergl. unten), bestimmt aus 
dieser Zeit.  
Trier. Chor von St. Simeon (Porta Nigra, während ihrer Be- 
nutzung als Kirche).  Eigenthümliches Beispiel spätromanischer Architek- 
tur. Die Absis mit sechs strebenartig vertretenden Wandpfeilern. Oherwärts 
ein zierlicher Rundbogenfries, um die Streben sich herumziehend, und 
darüber ein kleiner geradlinig gedeckter Säulengang (statt der sonst üblichen 
Arkaden]. Die Säulchen tabernakelartig auf den Wandpfeilern vortretend. 
Dom zu Trier. Spätromanische Bauperiode.  Bedeutender 
und durchgreifender Umbau, im dritten Viertel des zwölften Jahrhunderts 
beginnend und bis in die ersten Jahrzehnte des dreizehnten Jahrhunderts 
fortgeführt. Zunächst" an der Stelle der Absis des ersten Baues (auf der 
Ostseite), die Anlage eines weiter vertretenden Chores, der in der Grund- 
form bereits polygonisch geschlossen und mit einfachen Strebepfeilern auf 
den Ecken versehen ist. Innerhalb des neuen Anbaues einer Krypta von 
geräumigem Verhältniss, mit gekuppelten Halbsäulen von noch streng ro- 
manischer, zum Theil noch von alterthümlicher Bildung. Der Anbau ober- 
wärts mit einem Sterngewölbe bedeckt, mit dicken Wulstgurten, die mit 
Schaftringen versehen sind. Säulenwerk als Träger der Gurte. Reiches 
Ornament vonlspätromanischer Art. Arkaden-Gallerien anssen unter dem 
Dach des Anbaues. Im Inneren tritt der Chor, erhöht, beträchtlich in das 
Mittelschiff vor. Seine Brüstnngswände an den Rückseiten (nach den Sei- 
tenschiffen zu) mit zierlich romanischen Wandarkaden. Aehnliche, aber 
kleinere und mehr alterthümliche Arkaden im nördlichen Seitenschiif, an 
der Ostseite des Gebäudes. (Eigenthümlich auch mehrere reich ornamen- 
tirte Bogennischen spätromanischen Styles, im Dom selbst und im daran 
anstossenden Kreuzgange; wohl. Grabmonumente).  Dann Ueberwölbung 
des gesammten Domes, durch welche die frühere räumliche Einrichtung 
wesentlich aufgehoben wurde. Die Anordnung von Langschiffen erst jetzt 
wesentlich festgestellt, indem die in der Quere stehenden Schwibbögen, 
welche noch auf der Disposition der ersten Anlage beruhten, weggenom- 
men, die in der Längenrichtung stehenden Schwibbögen aber tiefer unter- 
wölbt wurden (mit Halbkreisbögen und an den schmaleren Stellen schon 
mit Spitzbögen). Ueber den letztern reichgeschmüekte und gegliederte Ar- 
kaden, schon im Charakter des Uebergangsstyles. Gewölbe mit Kreuzgur- 
ten von Wlllstartigem Pmm-  (Anderweitige bedeutende Ballveränrlerun- 
gen in moderner Zeit.)  
Stiftskirche zu Pfalzel.  Ein Bau, wie es scheint, aus der 
Uebergangsperiode, mit späteren Umänderungen. Halbruude und halbrund
        

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