Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1493733
Rhein 
Studien an 
Mosel. 
und 
Roman. Architektur. 
Trier etc. 
185 
28 Fuss breit, in den Mauern 4 Fuss stark und gegenwärtig noch 44 Fuss 
hoch i)_ Plinthe von grossen Sandsteinquadern, darüber wechselnd je zwei, 
 Fllss hohe Lagen behauener Kalksteine und je zwei Reihen Ziegel- 
schichten. Verschiedene Geschosse mit kleinen Oeifnungen. An der schma- 
leren Hauptfront zwei grosse im Halbkreisbogen iiberwölbte Fenster, durch 
einen Steinpfeiler voneinander getrennt; im Einschluss der grossen Fenster- 
bögen zwei kleinere, die von dem Kämpfergesimse des Pfeilers und einer freien 
Säule getragen werden. Die letztere mit jener weit ausladenden Kapitall- 
form, die fast nur (bei den Bauten romanischen StyleS) als Allflager ubf" 
dem Kapitäl zum Tragen der breiten Bogenlaibung angewandt wird:  E111 
ähnliches, doch minder erhaltenes Bauwerk auf dem Hofe des Regierungs- 
gehäudes.  Verinuthlich waren es die festen Häuser edler Geschlechter, 
wie deren besonders Italien aus dem früheren Mittelalter mehrere hat, z. B. 
der Tor de" Conti, die Casa di Crescenzio u. A. in Rüm- 
Ebenfalls von ähnlicher Beschaffenheit ist der westliche Flügel des 
neben der Westseite der Porta Nigra belegenen Stiftes. Doch ist hier das 
Schichtenwerk der Mauern minder regelmässig. Das Gebäude ist langge- 
dehnt, in seiner Mitte oberwärts ein Bogenfenster: vier Bögen auf drei 
Säulen, mit einer Anordnung, welche der eben beschriebenen entspricht. 
Ausserdem im Obergeschoss kleine Fensterschlitze, im Mittelgeschoss etwas 
grössere viereckige Fensteröffnungen. Die Erbauung des Stiftes wird mit 
dem Ausbau der Porta Nigra zur Kirche des h. Simeon (zweites Viertel 
des elften Jahrhunderts) in nächster Beziehung gestanden haben. Dies und 
der, in der Verwendung des Materials sich ankündigende Baugeschmack, 
welcher dem Charakter der Westfacade des Domes entspricht, bei der Ab- 
wesenheit feinerer Durchbildung der Formen, weist bei den eben bespro- 
chenen Gebäuden auf die Bau-Periode des elften Jahrhunderts hin. 
Trier. Säule auf dem alten Markt.  Antike Granitsäule, 
darüber ein, auch oberwärts kreisrundes Kapital, in umgekehrt konischer 
Form, d. h. wiederum in dem Profil der einfachen Schniiege, mit einge- 
meisselter romanischer Palniettenverzierung. Ueber dem Kapitäl, mit dem- 
selben aus einem Stück, ein Steinkreuz. Auf der einen Seite des letzte- 
ren ein Lamm in sehr schwachem Relief und flaches Blätterornament; auf 
der andern die Inschrift: Ob memoriam signorum Crucis, quae celitus su- 
per homines venerunt , anno dominicae Incarnationis 958 anno vero episco- 
patus sui secundo IIenricus Archiepiscopus T revirensis me erewit. Renovat. 
ann0'1r23. Auf dem Abakus steht: Henricus episcupatus treverensis me 
eremzt. Die Inschriften, auch die zweite, nicht ursprünglich. DOCh ist es 
"iQht unmöglich, dass die Säule an die in der ersten Inschrift genannte 
Zelt hinanlfiicht- (Die erwähnte späte Renovation hat, nach Angabe der 
Gesta Tiielviroruni, nur Anstrich niid Vergoldung betroffen.) 
"St. fltthiaskirche bei Trier.  Aus dem zweiten Viertel des 
Zwßlftc" Jahrhunderts. geweiht 1148. Grosse Pfeilerbasilika im bestimmter 
entwickelten femanischen Styl; das Mittelschiff ursprünglich tlach gedeckt, 
die Seitenschiile gewolbt. Die Pfeiler viereckig, an der Vorder- und der 
Rückseite mit Pllastemi die in den Seitenschiifen die breiten Quergurt- 
bänder des Gewölbes fragen, an der Vorderseite über den Kämpfergesimsen 
bis zur Decke deS Mltlßlsehilfes emporliefen. Kämpfer- und Fussgesimse 
der Pfeiler in einer schon quellenden Gliederung, welche beiderseits der 
 Nach Quedncw. Beschreibung der Alterthümer von Trier, Il, ll. S. 13-
        

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