Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1493716
STUDIEN 
AN 
RHEIN 
UND 
MOSEL. 
Die 
Notizen 
der 
einzelnen 
Abschnitte thurulichst 
lronologischer F( 
lge. 
ARCHITEKTUR. 
Romanischer 
Baustyl. 
Trier 
und 
Umgegend. 
Abteikirche St. Willibrord zu Echternach.  Basilika von 
höchst grossartigen, schönen und leichten Verhältnissen; vielleicht der be- 
deutendste Basilikenbau des Mittelalters, den Deutschland besitzt. Pfeiler 
mit Säulen wechselnd; die Verbindungsbögen zwischen den Pfeilern und 
Säulen durch grösscre Bögen von Pfeiler zu Pfeiler umfasst. Es scheint 
der im Jahr 1031 eingeweihte Bau zu sein. Als charakteristisch für diese 
Epoche können besonders die stumpfe und willkürliche Form der Säulen- 
basen und das phantastische Ornament der Kapitäle der Eckpfeiler im 
Chorg gelten, Höchst auffallend und fast räthselhaft ist im Uebrigen die 
Regelmässigkeit und Classicität der wichtigsten Details, besonders der 
korinthischen Säulenkapitäle. Diese zeigen durchaus, in der ganzen, klar 
gesetzlichen Anordnung und Fassung, und in starkem Widerspruch gegen 
die barbarisirte Form der Säulenhasen, einen antik römischen Styl, wobei 
jedoch (was aber an sich nicht unantik) die sonst üblichen Akanthusblätter 
durch grosse breite Schilfblätter ersetzt sind. Es ist möglich, dass sie (wie 
dies in Italien hundertfältig vorkommt) von einem spätrömischen Monu- 
mente entnommen sind; auch erscheint ihr Durchmesser zu dem der Schäfte 
etwas zu gering. Fast noch auffallender, wenn auch von minder gedie- 
gener Bildung. ist das Kämpfergesims der Pfeiler, Welches mit einem klar 
gemeisselten, doch in später srhlechtrömischer Form componirten Eierstab 
nebst Perlenstab geschmückt ist. Da dasselbe auch an den zusammen- 
gesetzten Pfeilern vor dem Chore vorkommt, so ist nicht wohl anzu- 
nehmen, dass es ebenfalls von einem antiken Denkmal herrühre; vielmehr 
wird es erst für die Basilika selbst, etwa nach einem vorliegenden Muster, 
gealheltet Sind-  Die Basilika, ursprünglich Hach gedeckt, ist später über- 
wölbt, (s. unten).  
 Kapelle zu Mettlach (an der Saar).  Eine achteckige Ruine. 
höchst malerlsßh mit Sßhlingpflanzen überwachsen, im Garten des ehema- 
115911 mfhjtefs (fiel jetzigen grossen Porzellanfabiik). Ohne Zweifel der 
mlttlem um] emes BaPtiSterien-artigen Baues nach dem Muster des karo- 
lingischen Münsters zu Aachen. Ursprünglich acht starke, mit Halbkreis_ 
bögell Verbundene Pfeiler, von hohem Verhältniss; darüber eine zweite, 
ähnliche, doch niedrigere und breitere Arkadcnstellung. die ursprünglich 
wohl mit Säulen ausgesetzt war; über dieser die oberen Wände mit rund- 
bogigen Fenstern. Ob das Ganze ursprünglich mit einer Kuppel über- 
wölbt, bleibt fraglich, zumal bei der geringeren Stärke de; Obertheile. Die
        

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