Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1493504
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Rheinreise, 
1841. 
Zweiter Abschnitt. 
ganz nach romanischer Art. Die Anwendung rundbogigcr Portale wurde 
an diesen Stellen vielleicht zunächst nur durch äussere Gründe veranlasst, 
da die Höhe unter den Fenstern beschränkt war. Jedenfalls aber sieht man 
recht deutlich, wie man hier im J. 1235 (oder vielleicht noch später), bei 
entschiedener Aufnahme des germanischen Princips, noch völlig den roma- 
nischen Formen zu folgen wusste, und wie zu derselben Zeit da, wo das 
germanische System noch nicht hingedrungen war, das romanische noch 
ausschliesslich befolgt werden mochte. 
Bildwerke an und in der Elisabethkirche: 
Die Sculpturen des P ortales  Madonna und Engel  gßrmanisch roh. 
Die Grabmonunrente, besonders die älteren, sind, was die Ausbil- 
dung der Sculptur betrifft, noch keineswegs sehr bedeutend. In den Ge- 
sichtern noch viel Starres und Typisches. Besonders gilt dies von dem 
Sarkophag des Landgrafen Conrad von Thüringen und Hessen, l-lochmei- 
sters des deutschen Ordens, gest. zu Rom 1243. 
Der vergoldete Sarkophag der h. Elisabeth ist in seinen Figuren 
und Reliefs ebenfalls nicht sonderlich künstlerisch. Einzelnes in den Ge- 
wändern ist gut gelegt und gut durchgebildet. Die Köpfe ganz starr und 
ohne Lebensgefühl.  
Fünf Schnitzaltäre von nicht grosser Dimension und ohne höhere 
Bedeutung. Der Styl ist wohl im Wesentlichen als ein süddeutscher zu 
bezeichnen, die Behandlung malerisch spielend, die Ausführung meist 
handwerksmässig starr.  Nur der eine Schrein mit der Darstellung der 
heiligen Sippschaft zeichnet sich durch gewisse grossartige Motive der 
Gewandung aus. 
Ä Holzstatue der h. Elisabeth, aus der Zeit um 1520. Uebertüneht. In 
der Anlage sehr zart empfunden, in der Ausführung jedoch, besonders in 
den Brüchen der Gewandung, nur ziemlich leicht und handwerklich flüchtig. 
Glasmalereien im Hauptchor, alt, teppichartig, das Figürliche zum 
Theil roh; sehr verflickt. 
Grosser Teppich mit der Geschichte des verlernen Sohnes, aus der 
Zeit um 1400. Rohe Arbeit.  
Die lutherische Pfarrkirche (Marienkirehe).  Im Princip 
durchaus nach der Elisabethkirche, aber beträchtlich später, wohl um  
Die Pfeiler niedriger und in viel breiteren Zwischenräumen, was sich 
übrigens für das System gleich hoher Schiffe besser macht. Die Basen der 
Halbsäulen polygonischs die Gurwngßn der Gewölbe, im Detail, viel mehr 
nach dem flachen Kehlenprincip. Ein Thunn vor der Westseite, in der 
Mitte; sein Aeusseres mit mächtigen Streben, diese aber zum Thej] mit 
Blendwerk dekorirt.  Später (etwa 11111 1470) sind die Seitenschiffe zu 
den Seiten des Thurmes vorgeführt; dabei im Inneren Mancherlei seltsam 
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