Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1493486
162 
Rhaiuraise, 
1841. 
Abschnitt. 
Zweiter 
eigentlichen Schiffpfeiler sind in ihrer Säulen-Massigkeit noch beträchtlich 
schwer; in merkwürdigem Contrast dagegen steht jedoch die durch Halb- 
säulen und Einkehlungen gegliederte Bildung der vier Kreuzpfeiler und der 
Gurtträger- an den Wänden der Seitenschiife.  Noch auffallender sind die 
zwei höchst colossalen Rundpfeiler unter den Thürmen. (An ihrcr Rück- 
seite mit der Giebelmauer verbunden, schliessen sie eine hohe Halle. dem 
Mittelschiff" entsprechend, zwischen sich ein). 
 Uebrigens erscheinen nur die Qmal 2 Pfeiler des Schiffes zunächst dem 
Querschiff in der Strengen alterthümlichen Form; die Qmal 3 folgenden 
sind mit Abweichungen versehen, die auf spätere Bauzeit deuten, S0 sind 
bei den ersteren die Säulenfüsse noch rund um die Pfeiler herumgezogen, 
während sie bei den letzteren bereits eine polygonische Fßrm haßefL 
(Auch noch andre Elemente späterer Zeit.) 
 Aehnliches Verhältniss bei den Gurtungen. Die Schwibbögcn und 
Quergurte im Allgemeinen noch mit Uebergangsmotiven (ä la Francaise); 
im Querschiti" namentlich hat die mittlere Platte dieses Gurtprofiles noch 
eine grössere Breite, während sie später schmaler wird. Dann sind bei 
den späteren unter jenen reichen Gnrtungen die vorkommenden Rundstäbe 
zum Theil durch birneniiirmige Stäbe ersetzt,  Die Kreuzgurte von vorn- 
herein birnenförmig. Ueber den älteren Schiifpfeilern setzen sie roh, un- 
mittelbar vorspringend, über der Rundplattc des Kapitäles auf (nicht in 
der zierlicheren Abschrägung. wie diese bei Moller angegeben.) Bei den 
 späteren Schitfpfeilern aber hat die Rund- 
 I) platte, um den Kreuzgnrt zu tragen, einen 
   besondern kleinen Vorsprung von drei- 
   ' k' er Gestalt sowie einen fünf cki en 
 .  891g. 1 e g 
   für die Qucrgurte. 
 ß 42a nf ,  Alle Bögen der (sehr schmalen) Sei- 
"   tenschiife sind mit erhöhten Schenkeln 
""""P""edessghjmljäffmspäme" construirt; dabei in einzelnen Fällen 
  wieder manche eigenthümliche Ueber- 
gangsmotive, um zu einem passenden Arrangement zu kommen, 
Die Stirnbögen an den Wänden der Seitenschiiie sind stets durch 
Rundbögen, die von besonderen Säulchen getragen werden, gebildet, was 
auch noch übergangsartig erscheint.  Die Fenster-Architektur ist 
sehr primitiv und ebenfalls noch rornanislrenrl. Noch ohne alles elastische 
Princip. Pfeiler an den Seiten und in der Mitte; vor ihnen, nach anssen 
und innen, frei vertretende Säulchen. Auf der Fensterschräge stehend, wird 
die Basis der Säulchen von einer Console getragen (somit noch kein un- 
mittelbares Hervortreten aus der Schräge). In den Bögen der Fenster er- 
scheint die Säule nur eben als Rundstab weiter emporgeführt. 
Die Strebcpfeiler stark und in vielfachen Absätzen; noch nicht in 
recht selbständiger Ausbildung. Oberwärts sind sie nicht auf Thürmchen be- 
Peßhnet, schliessen vielmehr mit einer, von einer besonderen Console ge- 
tragenen Platte ab. aus der die Regenrinne hinausführt. Dann sind sie 
gegenseitig mehrfach verbunden. Zunächst durch breite, vorspringende 
Bögen über den Oberfenstern (an der Stelle des späteren Giebels), über 
denen das starke Hauptgesims hinläuft. Sodann durch die Gallerie zwischen 
den Fenstern, deren unteres Profil aus grossen Hohlkehlen und Rundgesim- 
sen besteht. (Die untere Fenstermauer ist nicht stärker als die obere). 
Ferner durch die Gallerie unter den Unterfenstern. Das Gesims dieser
        

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