Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1493199
Der 
H11 
Köln 
seine 
Architektur. 
137 
ä?) veiigiiizelt. miäder wirkungsreich aus der Masse hervor._ Im Kühle,- 
 nie _at_eine Jre e von ihnen ebenso ihre selbstandige Ausbildung, wie 
sie im innigstenßusammenhang miteinander stehen und zugleich das Ganze 
gis Planes in einem vollstandig harmonischen ifxkkordausklingen lassen. 
t eIISO Stehen hier alle übrigen raumlichen Verhältnisse im schönsten 
glegchriigtlssi zu emandder, namentlich was die gewichtig grossartige und 
09 nlCl I1 ßfwle en e Ausbreitun des uerschitices und was die Aus- 
dehnung der mittläen Schiffe zu dei Seitgngängen anbetrifft. Mit Einem 
Worte: der Grundplan des Kölner Domes tritt uns, nach mehr oder we- 
"lf-SCF unvollendeten Vorbildern, entschieden als das gciliegeiiste Meister- 
werk sc-iner Art entgegen. Ihm zunächst haben wir die hohe Bedeutsam- 
keit dieses Gebäudes, durch alle Stadien des Baues hin, zu verdanken.  
Nur die Anlage der Thürme scliliesst sich dem Uebrigen nicht in voll- 
kommen durchgreifender Kongruenz an; aber ihr Bau ist auch bereits 
später. Zwar ergiebt sich aus den Gesetzen des Grundplanes, dass die 
allgemeine Einrichtung der Thürme ursprünglich schon auf ähnliche Weise 
festgesetzt sein musste; sie hatten aber in ihrem ursprünglichen Entwurf 
ohne Zweifel einfachere Formen, und es ist wenigstens möglich, dass hie- 
bei ihre Anlage niit den übrigen Theilen noch unmittelbarer überein- 
stiinmte. llicrüber weiter unten das Nähere. 
   de:  
  prünglichen Entwurfes 
1st die untere Hälfte des Ohores bis zu derjenigen Höhe, in welcher 
das_Mittelschiti' desselben über _die niedrigeren Nebenräume emporzusteigen 
beginnt, zu nennen. Auch hier zunächst erscheinen die allgemeineren 
räumlichen Bestimmungen, die der Höhe des Inneren zur Breite, und die 
Art und Weise, wie diese Maassbestiminungen sich den Linien der Detail- 
forgseliilgemäss ßäliilflClißlll, in vorzüglich ausgezeichneter Schönheit. Es 
wa e 11er ein xesetz, welches erhabene Ruhe und steti e aufwärts stei- 
gende Bewegung aufs Glüclilichste vereint; besonders wirläam für solchen 
Eilldtfllük äst (iie voiäreiilsich empfundene, ebenso leicht wie bestimmt em- 
pors eigen e iiiie es pitzbogens im Gewölbe.  In der Bildung der 
Detailformen kündigt sich das Gesetz einer höher organischen Entvsicke- 
lnng an, als solche bis dahin in den französischen Kathedralen gefunden 
Eird. Es zeigt sich hier eine sinnvolle Beobachtung derjenigen Bestre- 
ungen, durch welche sich die deutsch- ethische Architektur von vorn- 
herein iu ihrer selbständigen Bedeutung kändgegeben hatte; diese Bestre- 
bniigen sind weiter gefördert, doch sind sie noch nicht zu ihrem Abschlüsse 
gebracht. Ein vollständig durchgehender Organismus ist in den Formen 
noch nicht erreicht, und dies ist der Punkt, in welchem das unmittelbar 
nahe Verhältniss zu denjenigen deutsch-gothischen Bauten, welche im 
zweiten Viertel des dreizehnten Jahrhunderts gegründet wurden, nament- 
lich etwa zu der Elisabethkirche von Marburg, recht anschaulich und 
überzeu cnd hervortritt. Der bei Weitem wicliti ste Fortschritt in der 
Formenläildung besteht in der Gliederung der Gewälbebögen, welche hier 
zum ersten Mal die vollkommen reine und klare Entwickelung des Prin- 
CiPS der gothischen Gewölbeforniation erkennen lässt; hierauf ist sehr ent- 
schiedenci- Nachtlrucla lll lltäbgelilr da unter allen Einzelformen der gothischen 
Architektur die des ewö e Ogelläi in welchem sich die sämmtlichen ar- 
rhitektonischen Kräfte zu einem gemeinsamen Ausdrucke vereinigen müssen,
        

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