Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1493073
Der 
Dom 
VON 
Köh 
und 
seine 
Architektur. 
125 
des selbst bcruht", dass sie, statt meine Bewunderung für den Dom zu 
h-Cinrächcn, vielmehr nur dieselbe zu erhöhen geeignet ist, und dass ich in 
dem Bestreben, die Vollendung des Domes herbeizuführen, eine der edel- 
sten Aeussertlngen (los-deutschen Geistes, die Verhcissung einer schönen 
und lieglückenden Zukunft erkenne.    
Die änsserc Geschichte des Dornbaues, soweit die dürftigen schrift- 
lichen Nachrichten. die auf unsre Zeit gekommen sind, sich zu einer sol- 
ehen zusammensetzen lassen, ist bereits mehrfach abgehandelt worden f). 
Hier genügt es, die Hauptpunkte dieser Geschichte, und vornehmlich die 
Jahrzahlen, auf welche es dabei ankommt und für die uns beglaubigte 
Zeugnisse vorliegen, nur kurz zu berühren. 
An der Stelle des gegenwärtig vorhandenen Domes war im Anfang des 
neuntenJahrhuntierts, zur Zeit Karls des Grossen, ein älteres Domgebäude 
aufgeführt werden. Dies letztere mochte den Bedürfnissen seiner Zeit sehr 
angemessen gewesen sein; nachdem indess Jahrhunderte vor-übergegangen 
waren und dieMacht der Erzbischöfe und der Glanz der heiligen Stadt 
gewaltig zugenommen hatten, wollte dasselbe als Hauptkirche nicht mehr 
passend erscheinen. Schon Erzbischof Engelbert hatte im ersten Viertel 
des dreizehnten Jahrhunderts den ernstlichen Vorsatz gefasst, "ein neues 
Domgebäude an die Stelle des älteren zu setzen, und auch die niithigen 
Vorbereitungen zu solchem Unternehmen eingeleitet; sein plötzlicher ge- 
waltsamer Tod (1225) liess aber die Sache nicht zur Ausführung kommen. 
Conrad, Graf von Hochsteden, der im Jahre 1238 zum Erzbischofe gewählt 
wurde, ein Mann von hochstrebcndem Geiste und von ungemeiner Energie 
des Willens, zugleich einer der reichsten Fürsten seiner Zeit, scheint den 
Plan des Neubaues wiederum aufgenommen und ebenfalls bereits die Vor- 
kchrungen dazu getroffen zu haben, noch ehe eine Feuersbrunst im Früh- 
jahr 1248 den alten Dom so beschädigte, dass nunmehr der Neubau nicht 
länger aufgeschoben werden durfte. Schon am 14. August desselben Jahres 
wurde der Grundstein zu dem letzteren unter grosser Feierlichkeit, in Ge- 
genwart des neugewählten deutschen Königs Wilhelm, Grafen von Holland, 
und vieler andrer Fürsten und Herren, deren Heere damals die Krönungs- 
stadt Aachen beilagert hielten, gelegt. Vielleicht hatten die Nähe dieser 
hochgestellten Personen und der Glanz, den ihre Gegenwart der Feierlich- 
keit verleihen musste, die Grundsteinlegung mehr beschleunigt, als cs ohne- 
dies der Fall gewesen wäre; vielleicht waren die Pläne zu dem Ricsenbau, 
den Conrad ins Werk zu richten gedachte, noch nicht vollständig ausge- 
arbeitet, war über die Beschaffung und Zurichtung der Materialien noch 
nicht das Nöthige angeordnet. Wir können hierüber Nichts mit Gewissheit 
entscheiden. Wenn aber auch der wirkliche Beginn des Baues umein 
Geringes später erfolgt sein sollte, als jenes Datum der Grundsteinlegung 
besagt, so ist dies doch für die kunsthistorische Stellung des Gebäudes 
011116 alle Bedeutung. Jedenfalls bezeichnet das Jahr 1248 wenigstens im 
Allgemeine" die Perißdß, welcher die ersten Pläne des Domes, nach denen 
die älteren Theile aufgeführt wurden und die auch für das Ganze maass- 
gebend blieben, angehören. Die Meinung, die sieh neuerlich wohl geltend 
zu machen gesucht hat, dass man damals mit andern architektonischen 
Geschichte 
zu Köln.  
 Vergleiche S. Boisseröe, 
Köln etc.  De Noel, der Dom 
 U. A. m. 
und 
 A. 
Beschreibung des Doms von 
von Binzer, der Kölner Dom.
        

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