Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491901
Berichte und 
Kritiken. 
lebhafteste Beweglichkeit, welche die Schwere der älteren Formen des by- 
zantinischen Baustyles durch energischen Schwung, durch wieichere Modm 
lation, durch scharfes, keckes Unterscheiden n. s. w. zu einer neuen, fci- 
cheren Wirkung umzugestalten strebt. Diese Beweglichkeit erstreckt; sich 
so weit, dass sogar dieselben Bauglieder an den verschiedenen Stellen des 
Gebäudes, vornehmlich die Ringe, welche die Säulen umfassen, die Säulen- 
basen, die Archivolten der Säulenstellung am Inneren der Wände, in Stets 
wechselnder, neuer Bildung vorgeführt werden. Nur die Gewölbrippen 
haben zumeist. noch die einfache Form eines Wiilstes beibehalten. In alle- 
dem aber tritt uns mießestiinmtheit das Bild einer künstlerischen Periode 
entgegen, in welcher die Keime einer neuen Entwickelung sich mit Gewalt 
zur Gestaltung hervordrangten, grosse Meister nicht ohne Besonnenheit die 
übersprudeluden Krafte in gesetzmässigcn Kreisen zusammenzuhalten streb- 
ten, und selbst, wie im vorliegenden Fall, dem bunten Getriebe das Gepräge 
der Grazie aufzudrücken wussten. Es sind, nur immer noch durch die Grund- 
form de? sogenannten byzantinischen Architektur gefesselt, dieselben Ele- 
11161118, 316 SäQh I; 921118012121, Wenig später, in lauterster Entwickelung zeigen. 
e er ie eit er ir auung dieser merkwürdigen Kapelle bi t 11' 
ziemlich ausführlich mitgetheilten historischen Notizen über die  volä 
Kobern und über die Kapelle selbst wenig Bestimmtes. Der gewöhnlichen 
Annahme, dass die Kapelle ein Eigenthum der Tempelherren gewesen Sei 
wird mit Ueberzeugung widersprochen. Vornehmlich in BEZUrr auf (h; 
Eigenthümlichkeiten des Baustyles wird  und gewiss richtig _b die erste 
Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts als die Erbauungszeit angenommen 
womit denn auch die anderweitigen historischen Verhältnisse des Ortes 
wohl übereinstimmen. Die polygone Form der Kapelle veranlasst die Ver- 
fasser vorliegender Monographie, näher auf die Bedeutung dieser Form in 
der christlichen Architektur,  in den Baptisterieii und in den sogenann- 
ten Heiliggrab-Kirchen, welche letzteren eine Nachahmung der Kirche des 
heiligen Grabes zu Jerusalem enthielten,  einzugehen und im Anhange 
ein Verzeichniss und eine kurze Charakteristik von 61 der merkwürdiast. 
allen liund- und Polygongebäude, in und ausser Deutschland, mitznthebileh? 
Die Matthiaskapelle war nach und nach in Verfall gerathen; seit der 
letzten Zeit des vorigen Jahrhunderts hatte sie sogar ohne Aufsicht otfen 
gestanden und war mannigfaeh beschädigt worden. im Jahr 1819 jedoch 
Yarrsilf de? königlich prenssischeu Regierung als Staatscigenthum übergeben, 
33:40 St das Nothwendigste zu ihrer baulichen Unterhaltung angeordnet, 
ins ä-GVGLJahren aber eine vollständige und durchgreifende Restauration 
"eführfr l-äesetzt worden. Herr von Lassaulx, der diese Restauration aus- 
äb und! Fgt über sein Verfahren in der vorliegenden Schrift Rechenschaft 
ündun 851931 Zugleich Kunde von einigen dabei angewandten eigenen Er- 
bameng vionl: für aiisübendeArchitckten, besonders bei kleineren Kirclien- 
  orzfiglicher Wichtigkeit sein dürften. Daiiin gehört nament- 
lich eine Art muelvls 1    
  Gier, aus kleinen, mehrfarbigen Backsteinen bestehen- 
der Fussboden die 4 1, v      
   i  ein durch (icfalligkcit tur das Auge, durch leiehte 
Ausfuhrbarkeit und W hl.    W   
auch in Bezu" auf (r 0 ieilheit auf gleiche VBISC empfehlen, und die 
m" Einrichtuzgen zuiebgäglegtiäifirgägigggtendeii Vorzug vor vielen bekaiin- 
r 61' eo. Iiiüiliiigfach belelirendcn Schrift ist ein .Schlusswort" ange- 
hangt, welches den Vorschlag zur Si-ft  V    H  W l 1 
valm_lälldiscllcl_ Baudcnkmale cmhäki ung tines eicins zur eiaiisgait
        

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