Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1492803
98 
Rheinreise, 
1841. 
Erster 
Abschnitt. 
enthielt, wie man aus den deutlichsten Spuren ersieht, zwei Reihen von 
je neun hohen und weiten, im Halbkreisbogen überwölbten Fenstern, die 
nachmals verinauert und durch kleine, die 3111911 Fellßiefbögen beeinträch" 
tigende Oeiinungen ersetzt sind. Zwischen den Fenstern springen: nach 
aussen und nach innen, starke Wandpfeiler vor, welche oberwärts ebenfalls 
durch halbkreisbogige Ueberwölbungen, concentrisch _mi_t den Bögen der 
Oberen Fenster, verbunden waren. _Man sieht diese Einrichtung besonders 
deutlich im Innern des Gebäudes, m den gegenwärtigen Dachräumen, er- 
halten; sie bezeugt einen glücklichen Sinn _für ein eben so solides, wie 
künstlerisch durchgebildetes Gefühl, indem diese Verbindungsbögen für den 
Eindruck des festen Zusammenschlusses der Masse vorzüglich wirksam sein 
mussten. Auch die grosse Nische des Tribunals war mit zwei Fensterrei- 
hen und mit überwölbten Wandpfeilern zwischen denselben, die letzteren 
aber beträchtlich breiter als die Pfeiler der Langseite, versehen. In der 
nördlichen Ecke der Langseite ist eine kleine Wendeltreppe angebracht; 
ähnliche waren zu-Anfang des siebzehnten Jahrhunderts auch noch in den 
übrigen drei Ecken des Gebäudes vorhanden. Vor der Nische wölbt sich 
oberwärts, nach dem inneren Raume des Gebäudes hin, ein kolossaler, 60 
Fuss weiter Schwibbogen, von 7 Fuss Stärke und 41h, Fuss Höhe. Die 
Nische selbst ist nicht, wie man etwa voraussetzen möchte, überwölbt, und 
es ist auch keine Spur irgend einer Art vorhanden, woraus hervorginge, 
dass sie ursprünglich ein Gewölbe gehabt hätte oder zur Aufnahme eines 
solchen eingerichtet gewesen wäre. Das Material des Gebäudes besteht 
durchweg aus Ziegelsteinen, die 15 Zoll lang und breit und 11], Zoll dick 
sind und die durch Mörtellagen von derselben Dicke verbunden werden. 
 Noch ist als ein alter Bautheil im Innern des Gebäudes eine mächtige 
Arcade, aus drei Pfeilern und Halbkreisbögen bestehend und aus starken 
Sandsteinquadern gebildet, zu nennen, die fast in der halben Tiefe der 
Nische des Tribunals quer hindurchläuft und die in den gegenwärtigen 
Dachräumen freistehend erscheint. Doch ergibt sich aus dem abweichenden 
Material, aus der rohen Form der Kämpfergesimse, vor allem aber aus der 
ganz willkürlichen Anordnung dieser Arcade, dass sie nicht zu dem ur- 
sprünglichen Bau gehört haben kann; sie fälltwahrscheinlich in die Zeiten 
der fränkischen Herrschaft, in denen das Gebaude, wie angegeben wird, 
als königliche Pfalz benutzt wurde. In eben diese Periode dürfte auch die 
grosse, aus Quadern aufgerichtete Mauer gehört haben, welche das Gebäude 
an seiner vorderen Schmalseite, gen Süden, noch zu Anfang des siebzehnten 
Jahrhunderts, ehe die spätem Umbauten unternommen wurden, abschmsg, 
Bei Gelegenheit dieser Umbauten entdeckte man im Innern die Reste eines 
brillanten Fussbodens von Marmor, so wie mancherlei eigemhümljche An- 
lagen, die aber wiederum zum Theil den Veränderungen des Baues aus 
der fränkischen Zeit zuzuschreiben sein dürften. In dem Tribunal fand 
man ein kellerartiges Gemach; wenn dies der noch gegenwärtig an dersel- 
ben Stelle vorhandene Keller ist, so möchte ich dasselbe ebenfalls lieber 
auf Rechnung der fränkischen Umbauten setzen, als etwa mit jener Krypta 
trä lich. Nach dem inzw'    
Bräite des Schiffes der Basliäälilgnimelägctlligäsnäg Igverke von sqhmligt betragt die 
ein Paar Fuss über das Doppelte, die ganze L" "S32 gOHZTQäLH änäe deslselben 
Tribunals 233 Fuss 4 Zoll. Die Höhe v0 agga er am? a mlD Dumm des 
es bis 100 F. Rheinl. m "ssbod" W m eck" betrug
        

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