Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491534
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Pommersche 
Kunstgeschichte. 
sehen Besitz gekommen, ist nicht vorhanden. 
Kleist ihn in einem schlesischen Kloster (also 
beiden schlesischen Kriege) erbeutet haben  
Einer Sage zufolge soll 
zur Zeit eines der ersten 
Blick 
auf 
die 
Werke 
der 
neuesten 
Zeit. 
Von bildnerischen Denkmalen der neuesten Zeit ist nicht gar Vieles 
zu melden. Doch bewahrt Pommern zwei Standbilder, welche dem vori- 
gen Jahrhundert angehören und die, indem sie sich auf die Segnungen 
beziehen, welche ein neues Herrsehergeschlecht dem Lande bereitete, als 
wichtige Denkzeichen einer neuen historischen Periode betrachtet werden 
müssen. Das eine von diesen ist die Statue König Friedrich Wilhelms I_ 
auf dem Marktplatzc zu Cöslin, im J. 1724 von den pomniersehen Stän- 
den erriehtct. Der Kunstwerth des Werkes ist indess nur gering. Als 
ein merkwürdiges Meisterwerk aber ist die Marrnorstatue Friedrichs des 
Grossen, auf dem weissen Paradeplatz zu Stettin, zu nennen, die, 
ebenfalls von den Ständen des Landes, im J. 1793, errichtet wurde. Die 
letztere ist von Schadow in Berlin gearbeitet; sie ist das einzige öllent- 
liche Denkmal, welches dem grossen Könige bis zu dem Jahre der hun- 
dertjährigen Feier seiner Thronbesteigung in den gesammtcn preussischen 
Staaten errichtet war. Wohl mag sich Pommern eines solchen Verzuges 
mit gerechtem Stolze bewusst sein; aber die Errichtung des Denkmales 
war auch nur ein gerechter iZoll der Verehrung gegen Friedrich, der in 
seinem politischen Testamente seinen Nachfolgern „erklärt und angerathen, 
dass sie sich vorzüglich auf die Pommersche Nation verlassen, und 
dieselbe als die erste Stütze des Preussischen Staats ansehen könnten und 
müssten  
Beide Werke sind aber nicht als die Erzeugnisse pommerscher- Kunst 
zu betrachten. Ebenso auch nicht einzelne Altargemälde, die sich hier 
und da von der Hand gerühmter Meister des vorigen Jahrhunderts vor- 
finden. Zu diesen gehören zwei Gemälde über dem Hauptaltare der J a- 
kobikirche von Stralsund, von J. H. Tisehbein im J. 1787 (wenig- 
stens hat das eine von ihnen diese Bezeichnung) gemalt. Diese Bilder 
erheben sich nicht über den Kreis des Gewöhnlicher); kräftige Natur und 
höherer Styl ist in ihnen nicht zu Linden. Der Behandlung nach stehen sie 
etwa zwischen den Werken von Rode und Dietrich in der Mitte. Ebenso 
ist eine Himmelfahrt Christi von B. Rode, in der Kirche von Gingst auf 
Rügen, auch nur ein Werk untergeordneten Ranges, nicht geeignet, den 
Ruhm, dessen sich dieser schnellfertige Maler bei seinen Lebzeiten erfreute. 
auf die Nachwelt zu bringen.  Einige andre in den letzten Jahrzehnten 
gemalte Altarblätter sind" dagegen von pommerschen Künstlern ausgeführt. 
So das treiiliehe Altarbild der Abnahme vom Kreuz in der Jakobi kir eh e 
1) Vgl. Kretzschmer, in den Neuen Pomm 
z) Hertzbergs Rede bei der Einweihung der 
Nachricht von der dem grosseu König Friedrich 
ber 1793 errichteten marrnornen Bildsäule," S. 
.Pr0v. Blättern, II, S 301.  
Statue. S. die "Umständlich 
lI. zu Alt-Stettin um 10. Outt 
G.
        

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