Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491443
Bildende Kunst. 
Werke moderner Zeit. 
Altäre, 
8110. 
Kanzeln 
823 
An der rechten Seitenwand des Altares hän t  
Abendmahles in lebensgrossen Halbtiguren; es ist iineglährnätiäiiilihelig udeä 
wohlgruppirtes Bild im Charakter des G. Honthorst; auch ist es äwits blrf 
Honthorst wenigstens selten der Fall ist) edel durchgehalten Leider hän  
das Bild zu hoch. als dass sich Näheres darüber sagen liesse  Dieseäl 
Bilde gegenüber hängt ein kleines längliches Bild von namhaftem Kunst- 
werth und von nicht geringerem Interesse hinsichtlich des Gegenstandes 
Es stellt den Empfang Herzog Bogislavs X. in Venedig, nach seiner Ruck; 
kehr aus dem gelobten Lande, dar. Violett gekleidet, von einem Kardi- 
nal und dem Dogen geführt, ist der Herzog eben im Begriff, die prächtige 
Gondel, die ihn an's Ufer geführt, zu verlassen und die Brücke, welche die 
Gondel mit dem Ufer verbindet, zu besteigen, während sich ihm der 
Patriarch, von Geistlichen umgeben, nähert. Am Ufer sieht man Triumph- 
pforten und andere Gebäude. Dabei ist viel zuschauendes Volk, von dem 
ein Theil knieet. im Vorgrllnde Sind Gondeln, eine mit Musikern an- 
gefüllt. Das Bild ist eine sehr tüchtige, leicht und geistreich gemalig 
Skizze von der Hand eines Venetianers aus der späteren Zeit des sech- 
zehnten Jahrhunderts, vielleicht von Tintoretto (ohne Zweifel auf Bestel_ 
lung eines der Nachkommen Bogislavs X. gefertigt). Leider hängt aber 
auch dies doppelt merkwürdige Werk im höchsten Grade ungünstig; es 
hat eine so hohe Stellung und dabei ein so rnannigfach spiegelndes Licht 
dass man von unten aus-Nichts davon erkennt; und auch wenn man sich 
ein besonderes Gerüst zu diesem Behufe aufbaut, sieht man das Bild nur 
mangelhaft. 
Was sich sonst von Malereien in pommerschen Kirchen vorfindet (wie 
z. B. in der Marienkirche zu Rügenwalde und in der Nikoiai- 
kirche zu Greifswald Mehreres aus dieser Zeit vorhanden ist) hat 
wenig selbständigen Werth. Einige bemerkenswerthe Malereien, die an 
zusammengesetzten Werken vorkommen, werden im Folgenden angeführt 
werden. 
Altäre, 
Kanzeln, 
Epitaphien. 
Ich wende mich nunmehr zu einem, in seiner Art ganz eigenthümlichen 
und wiederum in mehrfacher Beziehung merkwürdigen Werke aus dem 
Anfange des siebzehnten Jahrhunderts." Dies ist der Altar in der Marien- 
kirche zu Rügenwalde, der aus der dortigen Schlosskirche herstammt. 
Er besteht aus einer sehr sauber und sehr tüchtig gearbeiteten Barock- 
Architektur von Ebenholz. die mit einer bedeutenden Anzahl kleiner, in 
Silber getriebener Reliefs geschmückt ist. Die grösste dieser Silberplatten 
befindet sich in dem pyramidalen Aufsatze des Altares; sie misst 111], Zoll 
in der Höhe und 8 Zoll in der Breite, und stellt den König David dar, 
zur Harfe singend, umgeben von einem Reigen tanzender Engelknaben; 
oberwärts, in der Luft, die heilige Cäeilie mit singenden und musicirenden 
Engeln. Der Haupttheil des Altares, zwischen den Säulen, die seine Ar- 
chitektur bilden, wird durch eine grosse Gruppe silberner Platten ausge- 
füllt. In der Mitte,  Zoll hoch und 7 Zoll breit, ist die Anbetung de]. 
Könige, in einer sehr ligurenreichen Composition, enthalten; dies Stilck
        

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