Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1490480
Kirchliche Architektur. 
Gothischer Styl 
des 
14. Jahrhunderts. 
729 
y , , gflrmuclöder Rosetten von gebranntem 
f' 9111- 19 ganze Thurmanl e steht 
ß" Ä" solcher Gestalt mit dem, in änfachen 
I 1' l  I] Massen aufgeführtem Aeusseren des 
[X A all] K1rchenbaues 111 guter Harmonie.  
' j _ ,   Beträchtlich später als die Nikolai- 
IX" 13 kirghte erscheänit) d; Äafkobtiikirche 
  I Fünfmal wieder- Zll I3 Sllll  l.l D 311g es vier- 
a]  zehnten Jahrhunderts wird zwar schon 
1277, f,  ß von dem Vorhandensein dieser Kirche 
7a! l  gesprochen; der gegenwärtige Bau kann 
 fl' ffß aber, seiner ganzen Beschaffenheit nach, 
erst der späteren Zeit, vielleicht dem 
Schlüsse des Jahrhunderts angehören. Die gesammte Ostseite der Kirche. 
Mittel- und Seitenschiife in Einer Flucht, wird durch eine gerade Wand 
abgeschlossen. Sechs Pfeiler scheiden auf jeder Seite das Mittelschitf von 
den Seitenräumen; sie haben eine einfach achteckige Gestalt, nur an den 
beiden Pfeilern zunächst dem Altar sind Halbsäulchen in die Ecken ein- 
gelassen. An den Schwibbögen über den Pfeilern ist die Gliederung nur 
durch geradlinige Einschnitte hervorgebracht (wie oben,  717, N0.  
Diese nüchterne Detailbildung giebt einen Beleg für _d1e_1n Anspruch ge- 
nommene spätere Zeit, ebenso auch die Höhenverhaltnrsse der inneren 
Räume. Denn _während in der Nikolaikirche das schönste gegenseitige 
Verhältniss zwischen dem Hauptraume des Mittelschiffes und den Neben- 
raumen der Seitenschitle obwaltet, so zeigt sich hier das Streben, durch 
Erhöhung der letzteren eine bedeutsamere Wirkung hervorzubringen, das 
aber nur als ein Vcrkennen des reinen Styles, als eine Entartung zu 
betrachten ist, und das nur eine Zwittergestalt zwischen den Kirchen 
beider Gattungen zu Wege bringt. Dadurch wird denn auch die Licht- 
ötfnung der Fenster in den oberen Wänden des Mittelschiifes unverhält- 
nissmässig klein. Ja, es beginnt bei der Bildung dieser Fenster, nach 
ihrer inneren Seite, bereits eine eigenthümliche, sehr unschöne Form, die 
nur aus dem nüchternsten Handwerkssinne hervorgegangen ist und die ich 
in ihrer vollen Erscheinung als charakteristisch für die Zeit des funfzehnten 
Jahrhunderts betrachten muss  Indem nämlich der Bogen, der das 
Fenster oberwärts schliesst, mit den Linien der Wand- 
  nische des Inneren parallel läuft indem aber das Fenster 
Mmizil  selbst schmaler ist als die Nische, so wird der Uebergang 
aus den vertikalen Seiten des Fensters in den Bogen zu 
einer gebrochenen Ecke, die den lebendigen Organismus 
der Form geradehin aufhebt. Bei der Jakobikirche ist 
l l diese Einrichtung insofern minder axüfallig, als die Licht- 
l  ölinung der Fenster eben nur im Einschluss jenes Bogens 
M'- besteht, somit durichddhren luntetrenBdbsjchnißtäz jene; gle- 
 b 311g anderweitig e rngt sc ein. er er arien 1rc e 
blochenc Ue erg 1- 1. unten) entwickelt sich diese Form in ihrer ganzen 
von Stralsund (Ve g       
unschönen Eigenthümllchkelt.  D10 Thurmhalle der Jakobikirche 1st von 
grossartiger Einrichtung. Ueber ihrem Mittelraume erhebt sich der Thurm 
Zober, 
die 
Jakobiklrche zu Stralsund, 
in 
Sundine, 
der 
1331,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.