Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1490444
Kirchliche Architektur. 
Gothis eher 
Styl des 
Jahrhunderts. 
725 
kirehe zu Colberg ähnlich.) Der Chor fügt sich dem Mittelschiff als be- 
sondrer Bautheil an; er ist durch eine geradlinige Wand abgesch1ossen_ 
Eigenthümlich ist es, dass hier eine Art Quersehitf entsteht, indem näm- 
lich die letzten Schwibbögen vor dem Chore, die aus dem Mlttelraumg in 
die Seitenschiffe führen, von weiter Dimension und schwerer Form aber 
von geringerer Höhe sind als die übrigen Bögen, und indem auch die 
ihnen zugehörigen Theile der Seitenschiiie dieselbe geringere Höhe haben, 
Unter dem Dach des Kirchensehiffes, im Aeusseren, läuft ein aus kleinen 
Spitzbögen zusammengesetzter Fries hin. Vielleicht deuten diese Form 
(die wenigstens an das Princip des byzantinischen Frieses erinnert) und 
die Gliederung der Schwibbögen im Inneren auf ein minder spätes Alter 
der Kirche.  
Endlich gehört zu den bedeutenderen Kirchen der in Rede stehenden 
Gattung noch die Kirche von Grimme. Ihre Thurmanlage und die Vor- 
halle unter derselben ist der der zuletzt besprochenen Kirchen ähnlich; 
ihr Chor ist dreiseitig geschlossen und die deitensehiffe um denselben als 
Umgang, wie an der Jakobikirche von Stettin und an der Petrikirehe von 
Treptow a. d. T., umhergeführt. Sieben einfach achteekige Pfeiler stehen 
auf jeder Seite des Mittelschiffes in gerader Flucht, dann folgen die beiden 
Pfeiler des Chorschlusses; die Schwibbögen über den Pfeilern haben die 
einfachste Formation. Der Chorratim scheidet sich von dem eigentlichen 
Schiff durch ein stärkeres Pfeilerpaar; hier Sieht man, namentlich wo die 
Seitenschitfe in den Chor-Umgang übergehen, die Reste einer älteren Bau- 
anlage, die noch der frühsten Entwickelung des Spitzbogens, dem Ugber- 
gangsstyle, anzugehören scheint und bei dem Neubau auf ziemlich rohe 
Weise umgeändert ist. .Dasselbe bemerkt man an den Stellen, wo die 
Seitenschilie in die Thurmhalle übergehen. 
Gebäude 
mit 
niadrigerl 
Seiteuschiffen. 
Die Nikolaikirche zu Stralsund ist die schönste unter den Kir- 
chen der zweiten Gattung, überhaupt diejenige unter sämmtlichen pom- 
merschen Kirchen des vierzehnten Jahrhunderts, welche die reichste und 
edelste Entfaltung der Architektur des Inneren zeigt. Ihre ganze Anlage 
deutet darauf hin, dass sie der früheren Zeit des vierzehnten Jahrhunderts 
angehört. Einc alte Nachricht sagt. dass sie im J. 1311 zu bauen ange- 
fangen sei'); dieselbe Nachricht fügt hinzu, im J. 1329 sei "der Thurm" 
derselben Kirche angefangen worden. Ucbereinstimmend mit letzterer lautet 
eine zur Seite des westlichen Portales befindliche, in einen Stein gegrabene 
Inschrift: nlnceptio turris S. Nieolal anno miilesimo ccc uicesinio nono." 
Später aber heisst es, unter den Nachrichten Stralsuudischer Chroniken: 
nAnne 1366 in der nacht by 2 vhren, do tieel der turm all" von St. Nico- 
1) Nachrichten über die Stralsundischen Kirchen.  
uuscript unter den Oharisianis auf der hiesigen llathsbiblgeälliäkjlntiiät431135"?- 
der Sundine, 1835, N0. 92, S, 367.  Der obigen Nachricht sind zwarg a l du 
iu-einer Anmerkung die Worte "Schwerlich richtig" beigefügt doch 7d. Äfa" " 
diese wohl nur, da weiter keine Gründe angegeben werden ,als d; ü. in." 
Meinung des Mittheilers ansehen. i e Sub-lehtlv"
        

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