Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1490352
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Kunstgeschichte. 
Pommersche 
 j in ihrer gegenwärtigen Gestalt etwa um hundert 
ß 4 Jahre später ist als die Gründung des Klosters, 
[f] d?! die in das Jahr 1240 fällt 1), (vielleicht diente 
Ä bis zum Neubau die schon im J. 12l9 an dieser 
fqyjf - Stelle aufgeführte Kirche); so scheint es doch, 
ß] fyf {ß dass der neben der Kirche noch vorhandene, 
 l zum Theil verbaute Kreuzgang in die Zeit 
f '  der ersten klösterlichen Anlagen gehört. Er 
ist in hohem Spitzbogen aufgeführt, seine Kreuz- 
gurte sind vortrefflich (im birnenförmigen Profil) gebildet und von ge- 
schmackvollen, rein gothischen Consolen getragen. Namentlich der südliche 
und der (verbaute) östliche Theil des Kreuzganges erscheinen in dieser 
schöneren Form. 
Als noch jünger und gewiss erst der zweiten Hälfte des vierzehnten 
Jahrhunderts angehörig, muss, wie es scheint, die grosse Jakobikirche 
von Stettin betrachtet werden. Doch gilt dies nur von dem Hauptkörper 
ihrer gegenwärtigen Anlage, denn theils ist der Rest eines älteren Baues, 
theils sind mannigfache Anfügnngen und Umänderungen späterer Zeit da- 
von ggusfzunehmen. Von demjenigen Gebäude indess, welches zuerst, im 
J. 1187," an dieser Stelle errichtet wurde 2), ist nichts mehr vorhanden; 
die ganze Anlage, auch die des ältesten Theiles, hat mit den Elementen 
des byzantinischen Styles, der zu jener Zeit noch entschieden herrschend 
war, nichts mehr gemein. Der älteste Baurest besteht aus der nordwest- 
lichen Ecke des Gebäudes bis zu dem Halbgiebel, welcher dieselbe krönt; 
seiner Formation nach scheint er dem Schlusse des dreizehnten Jahrhunderts 
anzugehören. Von den übrigen Theilen der Westseite unterscheidet sich 
dieser Bantheil im Aeusseren durch die minder ausgedehnte Dimension 
und die edlere Gliederung seiner Fenster; auch dadurch, dass unter seinen 
oberen Fenstern ein Gesims hinläuft, bis zu dem die hier angeordneten 
Strebepfeiler emporsteigen, während dies Gesims weiter südlich an der 
Westwand der Kirche nicht mehr gefunden wird, und die dort vorhandener 
Strebepfeiler höher hinaufrcichen. In seinem Inneren bildet der in Rede 
stehende Bantheil untcrwärts eine niedrige Halle, die sich durch einen 
starken schweren Spitzbogen gegen das nördliche Seitenschitf öffnet. Ueber 
diesem Spitzbogen, im Inneren des hohen Seitenschitfes, gewahrt man so- 
dann noch ein Fenster,.welches denen am Oberrheil des Aeusseren voll- 
kommen gleicht und somit ursprünglich ins Freie führte. Hiedurch ergiebt 
sich das interessante Resultat, dass die Kirche, der dieser Bantheil auge- 
hörte, mit niedrigen Seitenschitfen neben einem höheren Mittelschiife ver- 
sehen war, und dass sie, im strengeren gothischen Style aufgeführt, auf 
ihrer Westseite durch zwei Thürme begrenzt wurde, als deren nördlicher 
eben der besprochene Bantheil zn betrachten ist, während gegenwärtig sich, 
über der Mitte der West-Faqade, ein einzelner starker Thurm erhebt.  
Es scheint, dass jene ganze ältere Thurmanlage stehen blieb, R18 man, ill 
der späteren Zeit des vierzehnten Jahrhunderts, den erweiterten Neubau 
der Kirche veranstaltete, und dass die Umänderung des Thurmbaues erst 
nach ber Mitte des funfzehnten Jahrhunderts unternommen wurde. Ueber 
einen zu dieser Zeit (im J. 1456) erfolgten Thurm-Einsturz berichtet näm- 
iu 
den Neuen Pomm. 
Prov. 
lälättern, I. 
207. 
Böhmex
        

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