Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1490344
Kirchliche Architektur. 
Gothiscber 
des 
Styl 
Jahrhunderts. 
715 
Kunde giebt.  Als besondere Eigenthümlichkeit ist noch zu bemerken, 
dass neben den Rosettenfriesen am Thurm und unter dem Dach des 0110135 
(wie solche, durchbrochen gearbeitet und in die Mauer eingesetzt, gewöhn- 
lich vorkommen) sich auch noch die Reste eines andern Frieses vorfinden, 
dessen aus Weinrauken gebildete Verzierungen reliefartig erhöht sind, was 
sehr selten der Fall ist. Dieser Fries findet sich aussen, unter dem Wegt- 
lichsten Fenster der Südwand.  Der Thurm und besonders der über dem 
Chor emporragende Giebel des Kirchenschiifes sind mit geschmackvollen 
Fensterblenden versehen. An die Nordseite der Kirche lehnt sich eine 
wohlgebaute Kapelle, deren Giebel mit zierlich gegliederten Thünnchen 
geschmückt ist. 
Unter den gothischen Kirchen, die sich in Stettin erhalten haben, ge- 
hören die beiden bedeutendsten in das vierzehnte Jahrhundert, beide indess 
wohl nicht in dessen frühere Zeit. Als die ältere von diesen giebt sich, 
ihrer Beschaffenheit gemäss, die Joh an niskirche zu erkennen. lhr 
Chor, der sich wiederum als besondrer Bautheil dem Mittelschiffe anschliesst, 
hat die merkwürdige und seltne Form, dass seine Altarnische, über die 
Seitenwände vortretend, siebenseitig (aus sieben Seiten eines Zehnecks) 
gebildet ist. Da die Kirche. als Klosterkirche, keinen Thurmbau hat, so 
fehlt ihrem westlichen Theil auch die Vorhalle. Die Pfeiler des Schiffes, 
sechs auf jeder Seite, sind einfach achteckig gebildet; die Seitentlächen 
der Schwibbögen über ihnen  haben eine lebendige Gliederung. An 
den Seitenwänden des Schiffes sind keine Gurtträger; im Chore jedoch 
sind solche angebracht, deren Profil indess nicht sehr elastisch gebildet 
ist  beides dürfte für die etwas spätere Bauzeit der Kirche besonders 
i 
bezeichnend sein. Die Gewölbe scheinen nicht der ursprünglichen Anlage 
anzugehören; namentlich ergiebt sich dies durch das Missverhältniss, in 
welchem die Kreuzgurte des Chorgewölbes zu den Gurtträgern und die 
bunte Form des Sterngewölbes im Mittelschiff zu den rohen achteckigen 
Pfeilern stehen. Die Strebepfeiler treten nach ausserhalb vor die Seiten- 
wände der Kirche vor; unterwärts jedoch sind die Seitenwände zwischen 
die äusseren Flächen der Strebepfeiler hinausgerüekt, so dass sich hier kleine 
niedrige Kapellchen bilden. _Der iistliche über den Chor emporragende 
Giebel des Kirchenschnibs 1st mit bunt geschmückten Fensterblenden 
vgysehgm (FenstßrprOfii im Chor:  97.)  Wenn demnach die Kirche
        

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