Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1483658
Bildefhandschrifteu 
Mittelalters. 
des 
 A unten Phantastische Arabesken mit Affen, Hunden 
i und Vögeln. Das Kostüm der folgenden Bilder ist 
f:  noch das einfache der früheren Zeit, wie es aus 
' dem Hortus deliciarurn des Herrad von Landsperg 
1,1 h" bekannt ist, namentlich bei den Rittern noch ein 
jf, l   Kettellpallzver und Wappenrock. Bei jedem der voll- 
x h!  endeten Bilder findet sich eine erklärende Beischrift 
 1x  W In rother Farbe. Den Darstellungen ist eine grosse, 
g l:  x Q1 liebliche Naivetät, den Figuren eine besondre Milde 
 l  ' ei en. 
t V 7 : g 
X lw Spätere Notiz (1841):  Die früheren, ganz aus- 
ty 441„" geführten Bilder sind noch ziemlich starr germanisch, 
x   obschon die Farbe an sich weich aufgetragen ist. 
i" I Die späteren Bilder sind unvollendet, und die gegen 
F   den Schluss des Buches nur Umriss-Zeichnungen. 
 5 Diese aber GTSChCiIICH grossartiger und würdiger giot- 
i  L, tesk. Zum Theil sind sie sehr bedeutend. 
 , 4. T0 dtentanz in 4. Funfzehntes Jahrhundert. 
"K f Eine Reihe sehr roher Malereien, die aber eine grosse 
 l f X Kecklieit und lllannigfaltigkeit, namentlich in der 
"z,  X  Figur des Todes, zeigen, in welchem schon hinläng- 
  lich alle künftige Tollheit und, ich möchte sagen, 
  Vergnüglichkeit vorgedeutet ist, oft noch eine grös- 
  sere. Luweilen hat er einen Mantel um; meist aber 
  ist er nackt und weniger ein eigentliches Gerippe 
E7] b  als eine vertrocknete, zerfetzte Mumie. Die ekel- 
Lied" hafte Nacktheit, in der er dasteht, wird nur durch 
seine unüberwindlich gute Laune erträglich, contra- 
man. v. 01.5591, 3.) stirt übrigens zur Genüge mit den drüber geschrie- 
benen ehrbaren Versen. Als Beispiel mögen die folgenden Verse dienen, 
in denen er mit dem Mönch spricht. 
Der Tod sagt: 
Komm monich an dissen dantz 
Du haist vbevr geben diese werld gantg 
Und dinen erden woll gehalden. 
Von got wirstu nit geschalten. 
Nu kam du solt frolich sterben. 
Und gnaide von got erwerben- 
Die aber irrent bisz in den doit 
Die kamen in bitterlich noit. 
Der Mönch sagt: 
Got sy lop danck und ere 
Nu alwege und numer mere. 
Der mich hat gegeben. 
Zu furen eyn geistlichs leben. 
Und der brude-r bin worden, 
Die da gehalten hant den erden. 
Darumb der doit ist nur eyn troist 
Nu uwzrden ich fry und gantz erloist.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.