Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1490155
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Kunstgeschichte. 
Pmnmersche 
Um 1220. Die späteren Theile am Chor und Querschiii" der Domkirche 
von Cammin.  
Um 1230. Die älteren Theile der Kirche von Eldena. 
Die älteren Theile der Kirchen von Lassen, Reinberg. 
Vilmnitz. 
Um 1240. Die Haupttheile des Schiffes der Kirche von Colbatz. 
Die Nikolaikirchen von Pasewalk und Greitfenhagen in ihrer 
ursprünglichen Anlage. Die Kirchen von Bahn, Fiddi- 
chow, Lindow. Das Schiff der Kirche von Altenkirchen. 
Die älteren Theile der Kirchen von Sagard und Damm- 
garten. 
Um 1250. Die oberen Theile an der Südwand des Schiifes der Kirche 
von Colbatz, vielleicht auch deren westliche Giebelwand- 
Es ist möglich. dass in dieser Uebersicht die Zeitabschnitte etwas zu 
kurz angenommen sind, dass somit (auch abgesehen von den oben berührten 
Schwankungen) die zuletzt genannten Gebäude und Bautheile schon mehr 
in die zweite Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts hinabreichen. Das Um- 
gekehrte aber ist auf keine Weise wahrscheinlich. Wir werden somit, da 
uns an den zuletztgenannten Theilen der Kirche. von Colbatz die ersten 
Elemente des eigentlichen, rein gothischen Baustyles  hier aber noch 
immer in grosser Strenge  entgegentreten, die Gebäude, welche das 
Gepräge der vollkommenen Ausbildung des gothischen Baustyles in dem 
ersten Stadium seiner Entwickelung an sich tragen, in keine frühere Zeit 
als in die zweite Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts und spätestens etwa 
in den Beginn des folgenden setzen können 1). In eine spätere Zeit dürfen 
wir sie nicht hinabrücken, da schon mit den ersten Decennien des vier- 
zehnten Jahrhunderts sich andre Motive der Entwickelung des gothischen 
Baustyles über ganz Pommern verbreiten. Zu diesen Bauwerken gehört, 
i) Was sich hier durch unabhängige Betrachtung und Vergleichung der 
pommerscheu Gebäude unter einander herausstellt, stimmt vollkommen mit dem 
überein, was anderweitig über die Entwickelung des gothischen Baustyles in 
deutschen Landen fessteht. Soweit wir sichere Beispiele haben, beginnt diese 
selbständige Entwickelung fast überall erst um die Mitte des dreizehnten Jahr- 
hunderts. Als eins der sichersten Beispiele ist namentlich, soviel mir bekannt, 
der Chor der Kirche von Schulpforte anzuführen, welcher, zu Folge einer, an 
seinem Unterbau befindlichen Inschrift, im Jahr 1'251 gegründet und urkundlich 
(ohne Zweifel mit Einschluss des im Schilf erfolgten Uinbaues) im J. 1268 ein- 
geweiht wurde. Dieser Chor aber trägt durchaus das Gepräge der ersten Ent- 
wiokelung des gothischen Styles, sogar noch mit gewissen Reminisoenzen an den 
Uebergangsstyl. Vergl. Dr, L. Puttrich: Schulpforte, seine Kirche und sonstigen 
Alterthümer;  und meine Aufsätze im Museum, Blätter f. bild. Kunst, 1834. 
No. 20, oben, S. 173) und in den Hallischen Jahrbüchern, 1839, N0. 68 (in 
Bd. II. der K1. Schriften).  (Vgl, ferner den vortrefflichen Aufsatz von v. Quast 
.,Zur Charakteristik des älteren Ziegelbaues in der Mark Brandenburg, mit be- 
sonderer Rücksicht auf die Klosterkirche zu Jerichow". im deutschen Kunstblatt, 
1850, 'No. 29-31. Hierin werden auch einige der oben aufgeführten Kirchen, 
namentlich die von Colbatz, besprochen. Wenn v. Quast die Daten etwas weiter 
hiuabrückt. so habe ich im Allgemeinen um so weniger etwas dagegen, als 
im Obigen auch schon von mir ein mögliches Erforderniss der Art angenommen. 
sowie zugleich auf die nicht unbedingte Gleichartigkeit des Fortsehreitens der 
Plntwickelung hingedetitet wer.)
        

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